Virtuelle Lust

Redaktion Von Redaktion

Lust und Frust können so nah beisammen liegen. Anders im Internet: hier hat das "schnelle virtuelle Abenteuer" wenig Folgen. Erlaubt ist, was gefällt. Völlig unkompliziert und anonym.

"Hast du eine Cam?"
"Ja."
"Lust auf ne Session?"

Solche oder ähnliche Szenen sind in den letzten Jahren immer häufiger geworden. Das Internet wird immer schneller und die Technik günstiger. Deshalb haben immer mehr Menschen eine Webcam zu Hause. Neben der Möglichkeit, ein bisschen zu quatschen und dabei den Chatpartner zu sehen, ermöglicht die Webcam aber auch eine neue Form der Sexualität. Oft kommt es in einem Chat zu einer schnellen und direkten Kontaktaufnahme. Dabei werden meistens nur die Messengeradressen ausgetauscht und schon kann es los gehen.

Der so genannte Cam-Sex, CS oder C6 findet meist schnell und anonym aus der Lust heraus statt. Während des "Cammen" ist erlaubt, was gefällt. Die Chatpartner ziehen sich aus, zeigen ihre Körper und befriedigen sich vor der Kamera. Der andere Chatpartner kann dabei auch Regie führen und Anweisungen geben, was er gerne sehen möchte. Oftmals ist es dabei so anonym, dass man nicht einmal das Gesicht seines Gegenübers sieht. Der Gedanke, der dahinter steht, ist schneller und anonymer Lustgewinn, der gerade durch die Anonymität den Reiz des Verbotenen bekommt.

Jedoch ist diese Praktik nur ein Teil des riesigen Cybersex-Angebotes im Internet. Die noch viel häufigere Variante ist das Tauschen oder Herunterladen von Bildern, die zur Erregung dienen und die Fantasie anstacheln sollen. Diese Bilder gibt es zuhauf, oft auch auf kommerziellen Seiten, welche sich über einen Mitgliedsbeitrag finanzieren.

Natürlich hat auch das geschriebene Wort einen Einfluss auf den Menschen. So kann man sich in Foren Geschichten und Berichte zu sexuellen Abenteuern herunterladen oder man trifft sich in einem Chat und beschreibt sich gegenseitig sexuelle Handlungen. Ob man diese dann ausführt oder nur darüber schreibt, bleibt dahingestellt. Die Spannbreite geht hier von einfachen Beschreibungen bis hin zu voll erfundenen Rollenspielen, die ganz der Fantasie überlassen sind. Jedoch entwickeln sich nur selten aus solchen Internetbekanntschaften reale Treffen.

Regeln gibt es keine. Zwar besteht bei dieser Form des Lustgewinns nicht die Gefahr, sich mit irgendwelchen Krankheiten zu infizieren, dennoch darf man die Sicherheit nicht außer Acht lassen. Die meisten Internetseiten, auf denen pornografisches Material angeboten wird, sind nicht kostenlos. Es gibt Einwahlprogramme, so genannte Dialer, die eine sehr teure Verbindung zu dem Server herstellen, auf dem die Bilder gespeichert sind. Teilweise kostet eine Minute auf solchen Seiten stolze zwei Euro.

Eine weitere Gefahr besteht in der Jugendgefährdung. Es kommt häufig vor, dass im Chat Kinder und Jugendliche durch ältere User angechattet und mit sexuellen Inhalten belästigt werden.

Das Jugendschutzgesetz spricht hier eine ganz klare Sprache: Das Sexualstrafrecht wurde am 01.04.2004 erweitert, um die Grauzone, die das Internet bildet, besser abzudecken. Durch Paragraph 176 des Strafgesetzbuches ist es verboten, Kindern und Jugendlichen Pornografisches zugänglich zu machen, es zu tauschen oder Kontakte zum sexuellen Lustgewinn aufzunehmen. Ein anderer Paragraph regelt, dass auch Schriften mit pornografischem Inhalt zu einer Verurteilung des Täters führen.

Chatausschnitt frei erfunden

Hast du Fragen?

Diskutiere mit anderen Jungs im Forum unserer Community. Oder kontaktiere für eine persönliche Beratung das Team von anyway4u.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!