A Love to Hide

Falk Steinborn Von Falk Steinborn
A Love to Hide
CMV Laservision

Sarah ist auf der Flucht. Ihr droht die Deportation durch die Nazis. Aber ihre Urlaubsliebe Jean hilft ihr. Das Problem: Jean ist schwul. Seine Existenz steht deshalb genauso auf dem Spiel wie die von Sarah.

Paris im Jahr 1942. Die Stadt ist -wie der gesamte Norden Frankreichs- von der Wehrmacht besetzt. Tausende französische Juden sind auf der Flucht, um der Deportation nach Deutschland und Osteuropa zu entgehen. Ein von ihnen ist die junge Sarah Morgenstern, die den Wäscherei-Sohn Jean liebt. Aber Jean ist schwul und führt eine heimliche Beziehung mit einem Widerstandskämpfer. Trotzdem setzt er sich für Sarah ein und gewährt ihr Unterschlupf bei seinem Freund alles scheint gut.

Aber dann wird Jean auf die Machenschaften seines Bruders  hin festgenommen. Ihm wird ein Verhältnis mit einem deutschen Offizier zur Last gelegt. Kurze Zeit später folgt die Deportation in ein deutsches Arbeitslager, wo er einen rosa Winkel tragen muss. Die Hoffnung auf Jeans Rückkehr schwindet täglich.

Bewegende Premiere beim Filmfestival

"A Love to Hide" ist neben "Bent" (1997) der einzige Spielfilm, der sich mit der Schwulenverfolgung im Dritten Reich auseinandersetzt. Er wurde in Frankreich als auch weltweit mehrfach ausgezeichnet. Vom Filmfestival Luchon erzählt Hauptdarsteller Jérémie Rénier (Jean):  "Die Zuschauer haben den Kinosaal verlassen, ohne  einen Blick zu mir zu wagen. Sie weinten." (citeartistes.com)

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Schwule im Arbeits- und Konzentrationslager: In der Lagerhierarchie standen sie ganz unten und bekamen das auch zu spüren.

Schwule im Arbeits- und Konzentrationslager: In der Lagerhierarchie standen sie ganz unten und bekamen das auch zu spüren.

In der Tat hat Regisseur Christian Faure mit "A Love to Hide" einen bemerkenswerten  Film geschaffen: Gekonnt verstrickt er die vielen Handlungsstränge Rettung von Sarah, Jeans Schwulsein und die Machenschaften seines Bruder-  miteinander. Ganz in der Machart eines Fernsehfilms, und das ist "A Love to Hide", wird nicht übermäßig durch Schnitt und Musik dramatisiert. Die Geschichte an sich und die Erbarmungslosigkeit der Einzelereignisse sind es,  die einen aufwühlen, wütend machen und viel Unbehagen zurück lassen.

Lächerliche Nazis statt grausamer Schurken

Allerdings: Schwierig ist der Film, wenn es um die Darstellung der Deportation und des Arbeitslagers geht. Faure bedient gänzlich den Stereotyp des Nazis, wie er im französischen Kino auftaucht: Untersetzter und  breitschultriger Körperbau, knolliges Gesicht und ein derber deutscher Akzent. Dadurch geraten die Nazis zu einer Karikatur, was ihnen teilweise ihre Grausamkeit nimmt und sie lächerlich macht.

Trotz dieses Makels: "A Love to Hide" (im Original "Un amour à taire") ist sehenswert. Es ist gut, dass es dieser geschichtsaufarbeitende Film fünf Jahre nach seinem Erscheinen nun auch nach Deutschland auf DVD erhältlich ist.

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