Another Gay Movie

Andreas Graf Von Andreas Graf

Schluss mit der Jungfräulichkeit! Jetzt wollen es Nico, Jared, Andy und Griff wissen, jede nur mögliche Form von Sex zu haben. Keine halbherzigen Dates mehr, weder Online-Sex und noch Selbstbefriedigung. Angriff ist die beste Vereinigung.

Stell dir folgende Szene vor: Ein smarter Highschool-Boy, weiße Zähne, braungebrannt. Zum Anbeißen zu schade, denn man möchte ihn nicht beschädigen. Stören wollen wir ihn jetzt auch gerade nicht, denn dank einer Karotte, einer Aubergine, einer arg mitgenommenen Zucchini und diverser anderer Gewächsen stellt sich unser All-American Boy gerade vor, wie ihn sein Mathelehrer... sagen wir mal... dominiert!

Was kann es gerade schöneres für ihn geben? Nichts! Richtig! Was wäre in diesem Moment das Schlimmste? Genau, die Mutter betritt ohne Vorwarnung das Zimmer, auf der Suche nach ihrem Gemüse. Eben noch kann Andy Schutz unter der Bettdecke finden, da sind sie auch schon zu dritt im Zimmer, denn auch der Vater marschiert herein. Leichte Schweißperlen auf der Stirn des Sohnes, gerade will er protestieren, aber wir verlassen lieber diese Szene und begeben uns zu seinem besten Freund Nico.

Sein Lipgloss ist noch nicht ganz trocken, dafür liegen die Haare beinahe perfekt und die Kombination seiner Klamotten lässt vermuten, dass wir es hier mit einem angehenden Stylisten zu tun haben. Ein letzter Kuss weht zu seinem Spiegelbild, ein kurzes Winken zu seiner blinden Alibi-Freundin und ab geht er, denn er wird seine Freunde treffen.

Einer von ihnen ist Jarod, der Sportsguy, mit einem Körper, der aus jeder Pore "Sex" schreit, und einem Verstand, der, sagen wir mal, überschaubar bleibt. Der vollkommene Gegensatz zu Griff, unserem intellektuellen Aschenputtel, auf dem Weg von der Raupe zum Schmetterling.

Doch bevor er sich entpuppen kann, dann also die Puppen tanzen lassen wird, bevor Andy das Gemüse gegen etwas Handfestes eintauscht, Nico sein Outfit erneut ändert und noch lange, sehr lange bevor Jarod merkt, dass Hanteln nicht sprechen können, werden unsere vier Freunde einige Enttäuschungen hinnehmen müssen.

Obwohl sie sich doch alle seit Tagen auf die Party bei Muffler freuen. Muffler ist durch und durch eine Lesbe, die neben einer gigantischen Dildo-Kollektion auch blonde unschuldige Cheerleader-Girls sammelt und davon überzeugt ist, dass alle Katholiken passiv sind.

Die Party entwickelt sich dementsprechend hemmungslos und prächtig. Alle sind gekommen, es wird gefeiert. Ohne Hemmungen, ohne Grenzen, das Haus bebt die gesamte Nacht. Selbst Mufflers Dildos haben Sex.

Und während man überall mehr oder minder ausgeprägte Höhepunkte feiert, ist unsere Boy-Clique an ihrem Tiefpunkt angelangt. Noch nicht mal ein lausiger One-Night-Stand ist für sie übrig geblieben. So planen sie, was eigentlich nicht zu planen ist und schließen einen Pakt. Niemand von ihnen soll als Jungfrau aufs College gehen. Das Ende des Sommers soll das Ende ihrer Unschuld bedeuten.

Das junge Gemüse ändert von nun an die Taktik, verzichtet auf Gurken, zuviel Lipgloss, Hanteln und Bücher und wechselt die Seiten. Denn Angriff ist bisher immer die beste Vereinigung gewesen. Und plötzlich sehen sie sich gigantischen Sextoys gegenüber, entdecken, dass ihr Lehrer SM als Hauptfach lehrt, daten im Internet und machen sich aktiv bereit, passiv zu werden. Wer, wenn nicht sie, soll denn bitteschön sonst die neue A-Klasse werden?

Ein unterhaltsamer Film, der wohl wirklich jedes schwule Klischee auf den Arm nimmt. Witzig sind vorallem die immer wieder auftretenden Filmzitate anderer schwuler Filme wie Get Real oder auch Queer as Folk.

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Weitere Quellen: pro-fun