Another Gay Sequel

Falk Steinborn Von Falk Steinborn

Heute läuft der zweite Teil der Teeniekomödie "Another Gay Movie" in den deutschen Kinos an. Die vier Freunde Nico, Andy, Griff und Jarod verbringen dieses Mal einen schwulen Cluburlaub. Und der steckt voller Klischees und Sex - aber auch einer Menge Selbstironie.

Die Geschichte von "Another Gay Movie Sequel" ist ebenso simpel wie klischeehaft. Die vier Highschool-Freunde Nico, Andy, Griff und Jarod fahren gemeinsam in das schwule Clubhotel "Fort Lauderdale" in Florida. Dort wollen sie einen Urlaub voller Spaß und Sex erleben. Und kaum sind sie angekommen, scheinen ihre kühnsten Erwartungen wahr zu werden: Überall tummeln sich durchtrainierte und braungebrannte Beachboys in knappen Badehosen.

Nur der Sex zählt

Aber als wäre das nicht genug, gilt es, den mehr als eindeutigen "Gays Gone wild"-Wettbewerb zu gewinnen. Das Prinzip ist einfach: Wer mit den meisten Urlaubern Sex hatte, wird "Gays Gone Wild"-Sieger. Für Nico und seine Freunde ist das natürlich ein Anreiz - vor allem, weil die Konkurrenz nicht schläft. Die Jaspers, eine Clique von drei Klischeetypen, lechzt ebenfalls um die Sex-Krone. Der Konflikt zwischen beiden Cliquen ist vorprogrammiert. Gleichzeitig haben die vier Freunde aber ihre eigenen Probleme. Andy verliebt sich in einen jungen Spanier und zwischen dem Liebespaar Jarod und Griff gibt es Stress, weil die Teilnahme am Wettbewerb ihre Beziehung belastet.




Der zweite Teil toppt den ersten

Zum Verstehen von "Another Gay Movie Sequel" braucht man den ersten Teil nicht gesehen zu haben, denn die Handlungen bauen nicht aufeinander auf. Lediglich die Personen sind dieselben. Ihre Geschichte und deren Umsetzung sind aber wesentlich besser gelungen als im ersten Teil. In diesem versuchte Regisseur Todd Stephens einfach nur Teeniekomödien wie "American Pie" in schwul nachzuahmen. Das Ergebnis war ziemlich flach. Bei "Another Gay Movie Sequel" ist das anders. Die Geschichte ist in Ansätzen tiefgreifender, weil sie teilweise auch konkrete schwule Fragen stellt beispielsweise Sex mit anderen Männern während einer Beziehung.

Andere Filme werden parodiert

Insgesamt überzeugt "Another Gay Movie Sequel" aber dadurch, wie die Geschichte erzählt und filmisch umgesetzt ist. Der Film erhebt nicht den Anspruch, ernst genommen zu werden. Denn er nimmt sich selbst auch nicht ernst, sondern badet sich im Anderssein. Filmeffekte wie die Bluebox werden bewusst als Fake inszeniert. Der Zuschauer weiß, dass er verarscht wird.

Gleichzeitig werden auch andere Filme und Genres veräppelt. So gibt es Szenen aus Tanz-, Porno- sowie Horrorfilmen und sogar die Story um die Meerjungfrau Arielle findet ihren Platz. "Another Gay Movie Sequel" ist deshalb nicht einfach nur ein schwuler Film, sondern streckenweise eine Parodie anderer Filme und Genres. Damit erinnert er an das Prinzip von Scary Movie und ist mindestens so lustig wie auch ironisch.

Einzig der Titel von "Another Gay Movie" ist vielleicht ein wenig Understatement. Denn der Film ist kein Gay Movie, sondern ein Queer Movie. Schräg, anders und einfach "fabulous".

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Weitere Quellen: www.pro-fun.de