Berge, Liebe und ein bisschen sexy

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Berge, Liebe und ein bisschen sexy
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Allgäu: Für die meisten heißt das Berge, Kuhglocken und Heimaturlaub. Dass es dort aber auch eine schwule Jugendgruppe gibt, ist eher unbekannt. Die Jungs von BONITO haben in den vergangenen zwei Jahren eine Filmtrilogie über das Schwulsein im Allgäu produziert. Damit wollen sie junge Schwule in der Region sichtbar machen.

Den ersten Teil ihrer Trilogie haben die BONITO-Jungs 2013 veröffentlicht. "Am Ziel" hieß der erste Kurzfilm, der mittlerweile mehr als 40.000 Klicks auf YouTube zählt. Dass er so erfolgreich ist, hatte die Jugendgruppe selbst nicht gedacht. "Wir wollten einfach mal versuchen, ein Filmprojekt auf die Beine zu stellen.

Dann folgte ein super Workshopwochenende mit ganz viel Einsatzbereitschaft unserer Jungs und wir hatten unseren ersten Film. Dass er so gut ankommt, damit haben wir absolut nicht gerechnet. Es hat uns motiviert noch zwei weitere Filme zu drehen", sagt Andreas Jörg, Leiter der Jugendgruppe BONITO.

Mit der Kamera auf 2266 Meter rauf

Mit Motivation im Gepäck stiegen BONITO-Jungs dann für ihren zweiten Film die Alpen hinauf. An fünf Sommertagen drehten sie "Am Gipfel". Der Film handelt von zwei Freunden - einer hetero, einer homo -, die gemeinsam einen Alpentour machen. Entgegen des Klischees geht's aber nichts ums Hetenknacken, sondern um Freundschaft und darum, dass auch schwule Jungs fitte Bergsteiger sein können.

"Das war der aufregendste Dreh, den ich jemals mit einer Jugendgruppe gemacht habe - und bei weitem der anstrengendste. Die Technik bis auf 2266 Meter Höhe zu Fuß zu schleppen, war jedenfalls keine Leichtigkeit", sagt Falk Steinborn vom Medienprojekt queerblick, welches die Filmprojekte mit BONITO durchgeführt hat. Immerhin eine Viertelstunde Film ist so zustande gekommen. Und die ersten Reaktionen auf YouTube zeigen: Die Arbeit hat sich gelohnt.

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Der letzte Teil "Am Abgrund" setzt die Geschichte von Adrian und Ben fort - allerdings als Horrorfilm.

Der letzte Teil "Am Abgrund" setzt die Geschichte von Adrian und Ben fort - allerdings als Horrorfilm.

Der letzte Teil: Ein Horrorfilm mit Sexappeal

Den Abschluss der Triologie bildet der Film "Am Abgrund". Er setzt die Geschichte der beiden Hauptcharaktere Adrian und Ben fort - allerdings in einem ganz neuen Genre. Die Geschichte beginnt wie auch schon alle davor mit einem Bergpanorama.

Aber statt einer Idylle findet sich der Zuschauer schon kurze Zeit später in einen paranoischen Horrorfilm mit Sexappeal wieder. Denn im "Am Abgrund" heizen leichtbekleidete Monster mit Fackeln Adrian ein, seinen Freund gegen einen Nebenbuhler zu verteidigen. Es geht um Vertrauen, Trennungsschmerz und Eifersucht.

Einblick ins Leben junger, schwuler Allgäuer

"Als Konditor sowie als Laienschauspieler kann ich mit dem, was ich tue, Leute begeistern oder eben nicht. Manchem schmeckt, was ich mache, und manchem nicht. Zusammen mit Bonito und queerblick hatte ich eine kreative, lustige und spannende Zeit beim Drehen der drei Kurzfilme. Und wer weiß, vielleicht hat Adrian noch was Süßes im Petto", sagt Axel Pählig, der in allen drei Filmen als die Hauptrolle Adrian vor der Kamera stand.

Die Filme von BONITO wurden unter anderem beim GSC-Filmfestival im Allgäu sowie beim JUFINALE, dem schwäbischen Jugendfilmfestival, gezeigt und sorgten dort für einen Blick auf das Leben junger, schwuler Allgäuer. 

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