"Chanson der Liebe"

Redaktion Von Redaktion

Ismaël lebt in einer Dreierbeziehung mit seiner Freundin Julie und seiner Arbeitskollegin Alice. Aber ein tragisches Unglück trennt die Drei. Sie gehen fortan eigene Wege. Dabei trifft Ismaël auf den minderjährigen Erwann, der sich unsterblich in ihn verliebt.


Julie (Ludivine Sagnier) ist gestresst von ihrem Freund Ismaël (Louis Garrel). Schon wieder muss er bis spät abends in seiner Redaktion arbeiten, so dass Julie nichts anderes übrig bleibt, als allein ins Kino zu gehen. Alles sieht nach einem ganz normalen Beziehungsfilm aus wäre da nicht Alice (Clotilde Hesme). Die Kollegin von Ismaël steckt seit kurzem in einer Dreierbeziehung mit Julie und Ismaël. Sie leben zu dritt in einer kleinen Wohung, schlafen zusammen in einem viel zu kleinen Bett und können sich nicht darüber einigen, wer hier eigentlich wen liebt. Der Reiz, den eine Ménage-à-trois ausmacht, ist längst verflogen.
 
Kein Wunder, dass Alice eines Abends ein neues Abenteuer sucht und einen jungen Franzosen in einer Bar aufgabelt. Währendessen hat Ismaël andere Sorgen. Seine Freundin Julie stirbt auf offener Straße an einem plötzlichen Herzstillstand. Ismaël versucht, seine Trauer zu verstecken, doch sein Leben geht bergab. Und zu allem Überfluss verliebt sich auch noch der minderjährige Erwann (Grégoire Leprince-Ringuet) in ihn. Und trotz Ismaëls Ablehnung ist dieser verdammt hartnäckig.
 
Eine Geschichte aus Liedern

Der Titel "Chanson der Liebe" ist durchaus ernst zu nehmen. Denn es wird tatsächlich gesungen. Aber die Lieder sind keinesfalls langweilig oder schnöde reingeschnitten. Stattdessen bieten sie einen Einblick in die Denk- und Gefühlswelt der Protagonisten.  Musikalisch bewegen sich die Lieder zwischen modernem französischen Pop und Chanson. Damit hat der Film etwas Musicalhaftes, ohne dabei kitschig, laut oder übertrieben zu wirken.
 
Zwischen Ablehnung und tiefer Zuneigung

"Chanson der Liebe" vereint den französischen Charme von "Acht Frauen" mit einer von Hindernissen aufgehaltenen Liebesgeschichte wie bei "Grease". Die Handlung ist gespickt mit Tragik und Zwischenmenschlichkeit. Die Bilder von Regisseur Christophe Honoré sind voller Ideen, Witz und Skurrilität, etwa wenn Julie, Ismaël und Alice sich zu dritt ihr viel zu kleines Bett teilen und um den besten Platz ringen. Gleichzeitig beweist Honoré aber viel Feingefühl für die richtige Stimmung. Der Film ist melancholisch und schwankt zwischen Kälte, Verlust und Ablehnung einerseits sowie Sehnsucht und tiefer Zuneigung andererseits. Bezaubernd und hinreißend ist er aber vor allem wegen der wehmütigen, teils frechen und selbstironischen Songs und eines hoffnungsvollen Liebesliedes am Ende.




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Weitere Quellen: Pro Fun Media