"Cucumber": Wo sich schwule Generationen treffen

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"Cucumber": Wo sich schwule Generationen treffen
WDR/Richard DuCree/USA Network

Die neue Serie von "Queer as Folk"-Erfinder Russell T. Davies ist im deutschen Fernsehen zu sehen. Darin beschließt der 46-jährige Henry, seinen Freund zu verlassen und sich in ein neues Abenteuer zu stürzen.

Henry ist unzufrieden. Mit sich selber und seinem Älterwerden. Um ihn herum sieht er nur noch hübsche Kerle, die für ihn unerreichbar scheinen. Auch am Arbeitsplatz lenken ihn seine jungen Kollegen Dean (Fisayo Akinade) und Freddie (Freddie Fox) ab, die vor kurzem zusammen in eine WG gezogen sind. Um ein bisschen für Abwechslung zu sorgen, beschließen Henry und Lance, sich zu verabreden. Erst gehen sie in einem Restaurant zum Essen und anschließend in einen schwulen Club.

Dort kommt Lance auf die Idee, jemanden für einen flotten Dreier zu suchen, doch Henry hat keine Lust darauf. Die Situation eskaliert, sodass Henry am Ende der ersten Folge, verzweifelt und mit Koffer in der Hand, vor der Tür von Dean und Freddie steht und fragt, ob er bleiben darf.

Etwas zum Lachen und etwas zum Nachdenken

"Cucumber" dreht sich in den nächsten sieben Folgen darum, wie Henry mit dieser Situation fertig wird. Dabei gibt uns Russell T. Davies immer wieder Einblicke in das Leben der anderen Charaktere. Die Serie beschäftigt sich mit vielen Themen, die schwule Männer verschiedenen Alters erleben. Beziehungsstress, Verlangen und der Wunsch nach etwas Neuem. Wer britischen Humor gut findet, dem gefällt auch "Cucumber".

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Lance (Cyril Nri, l) und Francesco (Peter Caulfield) gehen auf's Ganze. Henry (Vincent Franklin, M) kann nur noch zuschauen.

Lance (Cyril Nri, l) und Francesco (Peter Caulfield) gehen auf's Ganze. Henry (Vincent Franklin, M) kann nur noch zuschauen.

Das heißt aber nicht, dass die Serie vor ernsten Themen zurückschreckt. Im Laufe der ersten und einzigen Staffel passieren durchaus schockierende Dinge. Wer nur Unterhaltung sucht, schaut vielleicht besser woanders. Davies behandelt Gewalt und sexuellen Missbrauch genauso wie verschiedenste Fetische.

Gerade diese Mischung macht "Cucumber" besonders. Die Serie beschönigt die Welt der Homosexuellen nicht, sondern präsentiert sie mit all ihren Abgründen und Höhepunkten. Hier findet jeder Zuschauer einen Aspekt, mit dem er sich identifizieren kann.

Alt trifft auf Jung

Das Zusammentreffen verschiedener schwuler Generationen ist spannend zu beobachten. Henry, der gerne "Boney M" hört und seit Jahren dem gleichen Alltag nachgeht, und Freddie und Dean, die gerade noch ihr Leben aufbauen und sich sexuell austoben. Diese Extreme treffen aufeinander und es entstehen ungewöhnliche Freundschaften.

Die Schauspieler spielen überzeugend und sehen sowohl in dramatischen als auch in lustigen Momenten gut aus. "Cucumber" ist clever, mutig und wer schon Fan von "Queer as Folk" war, dem gefällt auch die neue Serie von Russell T. Davies. Außerdem eine Besonderheit: Neben "Cucumber" gibt es noch die Serie "Banana", welche die Hintergründe einiger Charaktere aus der Hauptserie erzählt. Die Doku-Webserie "Tofu" zeigt Interviews mit den Darstellern und vieles mehr.

"Cucumber", achtteilige Serie, Großbritannien 2014. Ab Dienstag, 17. Januar, wöchentlich um 22:00 Uhr bei ONE.

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