Das Flüstern des Mondes

Redaktion Von Redaktion

Ein schwules Pärchen, tote Politiker, Pfeilgiftfrösche, ein Zirkus und ein Mädchen, das unter Lichtallergie leidet - eine verwirrende Kombination, die nur aufgrund ihrer Machart reizt.

Der Mond scheint düster auf die Szene. Die Undercover-Aktion von Patrick und Jannis ist aufgeflogen. Nun muss Patrick in die Kiste mit den Pfeilgiftfröschen steigen. Die Zigeuner des Zirkus sind unerbitterlich und abergläubisch. Überlebt er diese Prüfung, so dürfen er und Jannis gehen; stirbt er, so ist sein Schicksal eben besiegelt und die Jungen, die sich lieben, sind bestraft.

Die Geschichte in "Das Flüstern des Mondes" schaukelt sich langsam zu diesem Höhepunkt hinauf. Am Anfang stehen drei tote Stadträte, eine Mutter als Journalistin und eben das Pärchen Jannis und Patrick. Letzterer ist aufgrund eines Traumas stumm; Patricks Vater hat vor seinen und den Augen seiner Mutter Selbstmord begangen, was Patrick nie überwinden konnte und wofür er immer noch seine Mutter verantwortlich macht.

Denkt man erst, Patrick will wirklich dem Mord an den drei Stadträten nachgehen, erfährt man bald, dass er die Gerüchte um die Pfeilgiftfrösche selbst gestreut hat, um seiner Mutter eins auszuwischen. Doch es sterben mehr Politiker und auch ein Frosch wird gefunden. Die Geschichte wird immer verworrener und auch die Rolle der an Lichtallergie leidenden Mo ist unklar.

Ob sie vielleicht etwas mit den Morden zu tun hat, fragt sich auch Jannis, bei dem die Eifersucht auf eben dieses Mädchen wächst, die sich gut mit Patrick versteht. Ebenso spielen die Gerüchte um die Bürgermeisterin der Stadt, der unter anderem Wahlbetrug nachgesagt wird, immer weiter mit hinein. Vor dem geistigen Auge des Zuschauers tauchen immer mehr Fragezeichen auf. Gelöst wird am Ende keines der Rätsel und man bleibt ratlos zurück. Auch ein zweites Anschauen ergibt keine Auflösung.

Dennoch hat der Film seinen Reiz, nicht nur in der Attraktivität der zwei Hauptdarsteller. Mag die Handlung auch undurchsichtig und in manchen Punkten unlogisch sein, so ist die Machart interessant. Jannis als Erzähler spielt die Geschichte ab, die er selbst gedreht hat. Dabei ändert er mit einem immer wieder einblendenden Computerprogramm während des Films Szenen, baut Spezialeffekte ein und lässt so den Betrachter quasi an der Entstehung teilhaben. Und da Jannis selbst keine Lösung hat, fühlt man sich nicht zu verloren am Ende des Filmes und kann sich daher gut in ihn hinein versetzen.

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Weitere Quellen: bildkraft.biz