Durch Camsex zu den Wunden der Seele

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Durch Camsex zu den Wunden der Seele
Gregor Schmidinger

Regisseur Gregor Schmidinger hat ein neues Projekt: Hinter dem Titel "Nevrland" verbirgt sich die Story um Jakob, 17, der nachts in einem Camsex-Chat zufällig auf Christian trifft. Damit beginnt eine Reise zu den Wunden ihrer beider Seelen.

Nach den erfolgreichen Kurzfilmem "Boy Next Door" (2010) und "Homophobia" (2012) wagt sich Filmemacher Gregor Schmidinger nun an seinen ersten Spielfilm. Der trägt den mysteriösen Titel "Nevrland".

"Nach Homophobia wusste ich, dass ich bereit bin für meinen ersten Langspielfilm. Als ich begonnen habe, die Geschichte zu entwickeln, wusste ich nur, dass ich eine post­gay Geschichte über das Erwachsenwerden erzählen möchte", erklärt Gregor. Post­gay bedeutet, dass die Geschichte zwar schwule Charaktere beinhaltet, es jedoch nicht um klassische Themen wie Coming-out oder Homophobie geht.

"Für mich war es auch eine Reise", sagt Gregor

"Nevrland" erzählt die Geschichte von Jakob, 17, der zufällig in einem Camsex-Chat auf den vermeintlich perfekten Christian trifft. Mit der Begegnung beginnt eine "transpersonelle Reise zu den Wunden ihrer beider Seelen", wie der Regisseur sagt. Als ruhig, zart und intim, aber auch als radikal und unzweideutig beschreibt Gregor den Film, der entstehen soll.

"Für mich war es auch eine Reise, an der ich selbst sehr stark gewachsen und gereift bin. Zumal es auch mein bisher persönlichster Film wird", sagt er. Denn wie die Figur Jakob leidet auch er selbst an Panikattacken.

Gregor Schmidinger
Gregor Schmidinger will mit "Nevrland" seinen ersten Spielfilm produzieren.

Gregor Schmidinger will mit "Nevrland" seinen ersten Spielfilm produzieren.

Transmedialität: Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen

Dabei möchte Nevrland mehr sein als nur ein Spielfilm. Bereits währende der Drehbuchentwicklung hat Gregor nach Möglichkeiten gesucht, wie die Welt und seine Charaktere über die Grenzen der Leinwand hinaus auch in andere virtuelle und physischen Räume eindringen können. Nevrland versteht sich deshalb auch als ein ausgewachsenes transmediales Erlebnis: Der Film soll nicht nur auf dem Bildschirm stattfinden.

"Die Transmedialität finde ich eine sehr spannende Perspektive, da es hier möglich wird, die Welt einer Geschichte und ihre Charaktere auf verschiedenen Ebene zu begegnen und zu spüren. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen dadurch stärker", erklärt Gregor. "Das ist auch eines der zentralen Themen im Film selbst, darum passt es denke ich so gut."

Unterstützer können den Film beeinflussen

Nachdem der Österreicher zwei Jahre lang das Drehbuch entwickelt hat, geht es mit "Nevrland" nun in die Projektentwicklung. Dafür hat er eine Crowdfunding-Kampagne eingerichtet, bei der alle Interessierten eingeladen werden, gemeinsam mit Gregor auf seine künstlerische Reise zu gehen. Unterstützer können den Entstehungsprozess nicht nur mitzuverfolgen, sondern sogar beeinflussen.

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