"God's Own Country": eine Liebe im rauen Farmalltag

"God's Own Country": eine Liebe im rauen Farmalltag

Salzgeber

Eine Liebe zwischen zwei scheinbar ungleichen Männern auf einer Schafsfarm in Nordengland: Kann sie im kargen und oft harten Alltag bestehen? 

Darum geht's in "God's Own Country"

Johnny ist 24 und nicht gerade glücklich. Sein Vater hatte einen Schlaganfall und nun muss sich Johnny ganz allein um die Schafsfarm der Familie kümmern. Für Abwechslung in seinem tristen und harten Leben sorgen lediglich der Alkohol im örtlichen Pub und der schnelle unverbindliche Sex mit Männern. 

Es ist Frühling, als der gleichaltrige Gheorghe aus Rumänien, ein Saisonarbeiter, als Hilfskraft auf der Farm angestellt wird. Zunächst haben sich die beiden Männer nichts zu sagen. Johnny nennt ihn leicht abfällig "Zigeuner", doch Gheorghe stellt mit seinen Fäusten klar, wer der Stärkere ist. Gleichzeitig gibt er Johnny zu verstehen, dass er über dessen Homosexualität Bescheid wisse. Die beiden Männer kommen sich näher und Gheorghe bringt dem ruppigen Farmerssohn bei, Zärtlichkeit zuzulassen und sich nicht nur auf schnellen groben Sex zu beschränken. 

Doch Johnny kann seine alten Verhaltensmuster nicht so einfach ablegen. Ein abendlicher Pubbesuch der Beiden führt schließlich zum Bruch, als Gheorghe als Ausländer beschimpft wird und Johnny stark alkoholisiert Sex mit einem Fremden auf der Toilette hat. Verletzt und wütend verlässt der Rumäne am nächsten Tag die Farm. Johnny erkennt nun, dass er Gheorghe liebt. Aber ist es schon zu spät?

Hat die Liebe zwischen den zwei scheinbar so ungleichen Männern inmitten des rauen Farmalltags eine Chance?

"God´s Own Country": die Hintergründe

"God´s Own Country" feierte auf dem Sundance Film Festival 2017 Premiere und wurde in der Kategorie World Cinema Dramatic auch gleich mit dem begehrten Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Debütfilm von Francis Lee auf dem Edinburgh International Film Festival 2017 die Auszeichnung als bester britischer Film. Hierzulande wurde "God´s Own Country" durch die 67. Berlinale im Februar 2017 bekannt. 

Salzgeber

Der Filmtitel bezieht sich übrigens auf den gleichnamigen Spitznamen für den Drehort Yorkshire, der wiederum auf die dort zu findende außergewöhnliche Schönheit der Natur zurückzuführen ist. 

Der erste Langspielfilm von Regisseur Francis Lee kommt mit nur ganz wenigen Musikelementen aus. Lee konzentriert sich vorwiegend auf die Hauptcharaktere und den entbehrungsreichen Farmalltag in authentischen Bildern. 

Pikantes Detail am Rande: Noch während der Dreharbeiten zu "God´s Own Country" stießen die Filmemacher auf einen lange zurückliegenden Mord im Brontës-Moor. Zwei junge Männer wurden dort erschossen aufgefunden. 

Unser Fazit

Ein wenig erinnert der Mix aus Drama und Romanze zunächst an "Brokeback Mountain". Doch der Film ist mehr als nur eine Romanze, denn er zeigt die sehr schwierige Orientierungsphase eines jungen Mannes, der zwischen familiären Verpflichtungen, der Verbundenheit zur Heimat und seinem eigenen Willen gefangen ist. Ein klassisches Entwicklungsdrama also, das aber durchaus mit einfühlsamen, gefühlvollen und melancholischen Elementen zu begeistern weiß.

"God's Own Country", seit 26.10.2017 im Kino

#Themen
Kino
Kommentare
Kommentare werden geladen
dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!