"Ich will ein schwules Statement geben"

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
"Ich will ein schwules Statement geben"
KUNTERGRAU/Max Jonas Fohrbeck

Mit seiner Rolle in "Kuntergrau" outet sich Mousti bei seiner konservativen muslimischen Familie. Außerdem erzählt er, wie er mit der HIV-Infektion seiner Rolle klarkommt.

Was gefällt dir besonders gut an der Rolle?

Gute Frageich finde bei Marcel gut, dass er oberflächlich wirkt, aber ganz viel Tiefe in der Person steckt. Mir gefällt es, dass er Partygänger ist und macht, worauf er Lust hat. Er ist Bankkaufmann, gibt sein Geld aber auch gerne aus. Er geht einfach locker mit seiner Sexualität um.

Deine Rolle hat in der Serie HIV. Wie schwer war es, sich damit auseinanderzusetzen?

Es war ziemlich ungewohnt, weil es ein neuer Aspekt ist, mit dem ich mich vorher nicht auseinandersetzen musste. Im Endeffekt ist es nicht das zentrale Ding von Marcel. Er hat gelernt, damit zu leben, das hat es einfacher gemacht.

Inwiefern findest du es wichtig, dass so ein Thema für Jugendliche aufbereitet wird?

Es ist ziemlich wichtig! Es gehört zu den wichtigsten Aufklärungsthemen, weil es total unterschätzt wird. Ich kriege es ja selbst in der Szene mit, dass es ein Tabuthema ist, weil es schon ein ganzes Leben ändern kann. Ich finde es gut, dass die Serie sich dem Thema annimmt.

Aber ihr wollt sein Verhalten ja nicht moralisieren, oder?

Nein, gar nicht. Wir wollen zeigen, dass jeder Mensch individuell ist und lebt, wie er möchte. Marcel selbst geht es ja gut damit. Sein Sexleben ist absolut nichts Ungewöhnliches. Sex gehört zum Leben einfach dazu.

Wieso hast du überhaupt beim Casting mitgemacht?

Das frage ich mich auch (lacht). Ich wusste nicht, was dahinter steckt, und klang ziemlich interessant. Ich habe es auch gemacht, um ein schwules Statement zu geben, weil ich in meiner Familie nicht geoutet bin. Also ich will ihnen zeigen, dass ich zufrieden bin, dass es zu mir dazu gehört. Dafür ist es perfekt.

Du wirst dich also durch die Serie bei deinen Eltern outen?

Meine Eltern kommen aus dem Libanon und sind Moslems. Sie sind sehr konservativ, das macht es schwierig. Aber ich habe gedacht, es ist ein Teil von mir. Und mir hat die Serie so viel Spaß gemacht, also verbinde ich es. Klar hat man Angst, aber es lohnt sich nicht, sich zu verstecken. So wird man nicht glücklich.


Du willst mehr über die Darsteller von Kuntergrau wissen? Lies auch die Interviews mit Marcel und Daniel.

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