Kurzfilm über Mobbing in der Schule

Andreas Graf Von Andreas Graf
Kurzfilm über Mobbing in der Schule

Nothing Wrong

Abiturienten aus Österreich produzieren einen Kurzfilm über Mobbing in der Schule. Im Interview erzählt Regisseur Raphael Niederhauser, wie er auf die Filmidee gekommen ist und über seine Angst, nicht so zu sein wie die Anderen.

Jonas wird in der Schule gemobbt. Aber er versucht das zu ignorieren. Wird schon nicht so schlimm sein. Was soll schon passieren? Aber bald beginnt die Beziehung zu seinem Freund darunter zu leiden. Er muss sich entscheiden zwischen Liebe und Opferrolle.

Das ist die Story von "Wer Wir Sind", einem Kurzfilm von Raphael Niederhauser. Der 19-jährige Österreicher hat ihn mit Mitschülern im Rahmen seiner Abschlussarbeit im Fach Medientechik produziert.

Wie bist du auf das Thema des Filmes gekommen?

Mir war es wichtig, eine Geschichte zu erzählen die auch aktuelle gesellschaftliche Realitäten darstellt. Für viele Menschen ist es unglaublich schwer sich in die Lage eines schwulen, lesbischen, bi- oder transsexuellen Jugendlichen zu versetzen. Diese fehlende Einsicht kann in meinen Augen dazu führen, dass Homophobie aus heterosexueller Perspektive als unerheblich empfunden wird. In der Realität ist es jedoch so, dass viele Jugendliche stark mit dieser Belastung zu kämpfen haben. Das beginnt beim Schulabbruch oder Depressionen und geht bis hin zum letzten Schritt, dem Suizid. Sowas kann und darf nicht Alltag sein.

Was hat das Thema mit dir persönlich zu tun?

Unabhängig davon ob man selbst von Homophobie betroffen ist oder nicht, kann durch das allgemeine Klima ein eigenartige Angst entstehen. Die Angst nicht so zu sein wie die Anderen". Es hat auch bei mir einige Zeit gedauert, bis ich mich selbst
wirklich mochte. Es wäre schön, wenn diese Phase möglichst vielen Menschen erspart bleibt.

Nothing Wrong

Regisseur Raphael begutachtet das Bild

Regisseur Raphael begutachtet das Bild

Welche Erfahrungen hast du mit Homophobie gemacht?

Ich hatte bis jetzt so gut wie immer das Glück, so akzeptieren zu werden wie ich bin. Das erfüllt mich mit großem Dank, denn ich kenne leider auch viele Menschen bei denen das nicht der Fall ist.

Wie hat deine Hochschule reagiert, als du das Thema vorgeschlagen hast?

Meine betreuenden Professor*innen waren von der Themenwahl sehr angetan und haben mich in meinem Vorhaben bestärkt. Generell habe ich von meiner Schule viel Rückhalt erhalten, wofür ich auch sehr dankbar bin.

Was willst du mit deinem Film erreichen?

Im Großen und Ganzen soll der Film Homophobie unter dem Gesichtspunkt der Folgen für die Opfer thematisieren. Außerdem ist der Kurzfilm für mich ein Appell an jeden einzelnen Menschen, sich um die Menschen im eigenen Umfeld zu kümmern. Das hat für mich auch viel mit Zivilcourage zu tun, sowohl in der Klasse, als auch im Netz.

Hast du dich schon immer für queere Themen engagiert?

In den letzten Jahren immer stärker. Gerade bei Jugendlichen halte ich es für immens wichtig, dass sie ihre eigene Identität finden. Sich selbst zu akzeptieren ist für mich die Grundlage für ein glückliches Leben.
 

Zum Film haben Raphael und seine Mitschüler Jakob Bal, Fabian Pudgar und Stefan Safradin eine Webseite erstellt. Sie klärt über Homophobie auf und veranschaulicht Fakten rund um das Thema.

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Weitere Quellen: Queerblick