Little Ashes

Falk Steinborn Von Falk Steinborn
Little Ashes
KMV

Robert Pattinson schlüpft in die Rolle des jungen Salvador Dalí, der im Spanien der 20er Jahre die Kunsthochschule besucht. Dort lernt er den Poeten Garcia Lorca kennen, zu dem sich mehr als nur Freundschaft entwickelt.

Der Hype um Schauspieler Robert Pattinson ist seit "Avatar" und "Twilight" ungebrochen. Alles, in dem Pattinson drin ist, scheint zum Erfolg zu werden. Eine Ausnahme bildet der Film "Little Ashes". In diesem schlüpft Pattinson in die Rolle des jungen Salvador Dalí. Mit dem Ziel Maler zu werden, schreibt sich dieser im Jahr 1922 an der Universität Madrid ein. Doch die Ernüchterung kommt bald: Die Altherrenriege gestandener Professoren hat einen traditionellen Blick auf die Kunst, der dem Freigeist Dalí schon bald zu wider ist. Er will sich befreien und das nicht nur in der Kunst. In Spanien herrscht Krisenstimmung und Putschisten wollten die Regierung stürzen. Dalí hingegen träumte von seiner ganz eigenen Revolution: "Alles was die Welt für moralisch und unmoralisch hält, müssen wir in Bruchstücke zertrümmern."

Eine schwule Liebe keimt auf

Von Dalís Seite ist zu dieser Zeit der junge Frederico García Lorca (Javier Beltrán) nicht wegzudenken. Ebenso wie Dalí sieht auch Lorca, der Poet ist, eine große Zukunft vor sich. Aber das ist nicht das einzige, was die die beiden verbindet: Lorca und Dalí verlieben sich ineinander. Für Lorca ist dies kein Problem. Dalí allerdings, der zuvor noch gegen die Moral gewettert hatte, kann sich seine Gefühle nicht eingestehen. Was bleibt ist die Flucht nach Paris, wo das Leben pulsiert und Dalí ein Verhältnis mit einer Frau eingeht.
"Little Ashes" ist ein Independet-Film, der den Zuschauer durch seine historische Echtheit (viel Kostüm, viel historische Kulisse) in das Spanien der 20er Jahre einfühlen lässt. Er zeigt nicht nur das Leben Dalís sondern auch wie die Epoche auf ihn gewirkt hat. Allerdings wirkt Pattinson, der "Little Ashes" vor Twilight drehte, nicht authentisch. Die Figur Dalí, die zwischen Wahnsinn und Genialität schwankt, verliert gegen Ende des Films seinen Überzeugungskraft. Der Grund: Der Blick in die Gedankenwelt Dalís bleibt dem Zuschauer verschlossen. Stattdessen gibt es nur einen Pattinson, der am Ende ungewollt komisch wirkt mit seinem dünn gezwirbelten Oberlippenbart in Dalí-Manier.

Lieber mal zum Buch greifen

Das sehen auch internationale Kritiken so, bei denen der Film zumeist durchfällt. Claudia Puig von der US Today formuliert passend: "Wenn du etwas über die berühmte exzentrische Psyche des surrealistischen Künstlers Salvador Dalí erfahren möchtest, solltest du lieber gedruckte Biographien lesen. Little Ashes wirft kein neues Licht auf den Künstler."  "Little Ashes" ist also eher ein Film für Pattinson-Liebhaber, die nebenbei noch ein wenig Wissen über Dalí an die Hand bekommen. Das ist aber auch alles.

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Weitere Quellen: KSM