Männliches "Sex and the City"

Redaktion Von Redaktion
Männliches "Sex and the City"
SquareOne/Universum

Romantic Comedies, im US-Slang auch RomCom genannt, zielen bekanntlich zum größten Teil auf ein eher weibliches Publikum ab. Mit "Für immer Single" sollen nun auch Männer ins Kino gelockt werden. Der Anspruch der Produzenten war es wohl, eine Art männliches "Sex and the City" zu schaffen. Doch das gelingt der Komödie leider eher schlecht als recht.

"Für immer Single" beginnt wie so viele RomComs mit einem vermeintlich originellen Aufhänger, der sich bei näherem Hinschauen jedoch schnell als abgedroschen und sehr dünn entpuppt.

Um über den Trennungsschmerz aus ihren letzten Beziehungen hinwegzukommen, beschließen die drei WG-Freunde Mikey (Michael B Jordan), Daniel (James Teller) und Jason (Zac Efron), fortan dem ungezügelten Junggesellendasein zu frönen. Männerfreundschaft, wilde Partys und One Night Stands sind also die Devise.

Wer nun schon einmal in seinem Leben eine amerikanische Liebeskomödie gesehen hat, wird ahnen, wie es nun weitergeht: Natürlich verlieben sich die Protagonisten ungeachtet ihres Männerpaktes erneut und lernen die Vorzüge einer festen Partnerschaft zu schätzen.

Nun braucht eine Komödie jedoch keine besonders originelle Handlung, wenn wenigstens die Gags und die Chemie zwischen den Charakteren stimmen. Glücklicherweise sorgt "Für immer Single" hier für einige unerwartete Lichtblicke.

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Jason (Zac Efron) muss feststellen, dass Viagra eine ungewohnte Haltung beim Wasserlassen nach sich ziehen kann.

Jason (Zac Efron) muss feststellen, dass Viagra eine ungewohnte Haltung beim Wasserlassen nach sich ziehen kann.

Das Ensemble aus mehr oder weniger bekannten Jungdarstellern harmoniert gut miteinander, der ewige Teenieschwarm Zac Efron wagt sich für diesen Film in die ungewohnte Rolle als Macho und macht dabei eine überraschend gute und sexy Figur.

Auch Imogen Potts als Ellie sorgt für etwas Charisma und den einen oder anderen gelungenen Gag. Der geneigte Zuschauer sollte vor der Sichtung des Films allerdings einen großen Bogen um den Trailer machen, der sämtliche funktionierenden Witze vorweg nimmt.

Unentschlossen und harmlos

Trotz des einen oder anderen Lachers krankt "Für immer Single" jedoch vor allem an seiner Belanglosigkeit. Während Filme wie "Vergiss mein nicht" oder "500 days of summer" bewiesen haben, dass Liebeskomödien durchaus männerkompatibel und tiefgründig sein können, fehlt "Für immer Single" jeglicher Anspruch, mehr zu sein, als eine sehr flache Klamotte.

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Um Ellies Aufmerksamkeit zu erregen, gibt sich Jason (Zac Efron) als Schriftsteller aus.

Um Ellies Aufmerksamkeit zu erregen, gibt sich Jason (Zac Efron) als Schriftsteller aus.

Das zeigt sich vor allem daran, dass der anfänglich so hoch gehängte Pakt zwischen den drei Freunden im Laufe der Geschichte überhaupt keine Rolle mehr spielt.

Dass die jeweiligen Männer sich ernsthaft als Single bezeichnen, obwohl sie die ganze Zeit jeweils nur eine Frau daten, macht keinen Sinn und widerspricht dem eigentlichen Konzept des Films.

Empfehlenswert ist "Für immer Single" deshalb höchstens für ein Publikum, das von einer RomCom nicht mehr erwartet als ein paar gute Gags. Wer dagegen witzige Einsichten und Denkanstöße für die eigenen Beziehungen sucht, kann sich das Geld für das Kinoticket ruhigen Gewissens sparen.

"Für immer Single" - seit 24.04.14 im Kino - ab 12

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