Nach 23 Jahren kommt Gus Van Sants Film "Mala Noche" erstmals regulär ins Kino. Der 1985 gedrehte Film handelt von dem jungen Amerikaner Walt, der einen kleinen Getränkeshop führt.

Nach 23 Jahren kommt Gus Van Sants Film "Mala Noche" erstmals regulär ins Kino. Der 1985 gedrehte Film handelt von dem jungen Amerikaner Walt, der einen kleinen Getränkeshop führt.

Eines Tages tauchen in seinem Laden die beiden mexikanischen Teenager Johnny und Pepper auf. Beide halten sich illegal in den USA auf. Walt bietet ihnen deshalb seine Hilfe an und nimmt die beiden Jungs schließlich auf allerdings nicht ganz uneigennützig. Denn Walt hat ein Auge auf die Teenager geworfen. Speziell der 16-jährige Johnny hat es ihm angetan.

Tauschgeschäft statt Liebe

Obwohl Johnny nicht schwul ist, macht er sich nichts daraus. Ganz im Gegenteil: Walt wird zum Gönner von Johnny und Pepper, die dadurch versuchen, über die Runden zu kommen. Dabei wahren sie jedoch immer den nötigen Abstand zu Walt, bis er eines Abends mehr will. Da Johnny ihn aber abblitzen lässt, sieht Pepper seine Chance, sich ein paar Dollar dazuzuverdienen.

"Mala Noche" ist  eine tragische Lovestory. Doch anders als bei den meisten schwulen Filmen der 80er Jahre geht es nicht um "schwule Identitäten", sondern um eine unerfüllte und einseitige Liebe. Ganz nebenbei zeichnet der Film ein düsteres Bild vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Es geht um Rassismus und die Not illegaler Einwanderer, die im kapitalistischen System in der Ausbeutung endet: Wenn man nichts mehr hat, dann wird der Körper zur Ware.

Film des New Queer Cinemas

"Mala Noche" wurde für nur 25.000 Dollar gedreht - auf 16-mm-Film und in schwarz-weiß. Er ist das Regiedebüt von Gus Van Sant. Der schwule US-Amerikaner gilt als einer der wichtigsten Filmemacher des New Queer Cinema. Seiner Regie entstammt auch der Film "My Own Private Idaho" (1991) über zwei orientierungslose Stricher. Seinen kommerziellen Durchbruch hatte Van Sant aber erst 1997 mit "Good will Hunting".

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