No Turning Back: Mut machen fürs Anderssein

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
No Turning Back: Mut machen fürs Anderssein
Jugendzentrum Sunrise

Auf diesen Tagen haben die Jugendliche aus dem Jugendtreff Sunrise ein halbes Jahr lang hingearbeitet: Der Premiere ihrer eigenen Webserie. Am Sonntag ist es nun soweit. Dann geht die erste Folge auf Youtube online.

"No Turning Back" heißt die Serie, welche die Geschichte von Sarah und Tom Ali erzählt. Beide sind ein Paar. Aber plötzlich kriselt es zwischen ihnen und sie merken: Es gibt mehr als nur Heterosexualität. Gefühlschaos, Zoff, neue Freundschaften und Entdeckungen sind die Folge. Sieben Episoden der seifenopernhaften Fortsetzungsgeschichte sind im Jugendtreff Sunrise für schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Jugendliche in Dortmund entstanden.

Jeden Sonntag wird eine weitere veröffentlicht. Von der Ideenfindung bis zum Skript über den Dreh bis zur fertigen Folge haben die Jugendlichen alles gelernt und anschließend selbst gemacht. Das kann sich sehen lassen: "Wenn man das Video anschaut, dann sieht man natürlich jeden eigenen kleinen Fehler. Aber im Ganzen gefällt es mir super gut", sagt Tobias, einer der Hauptfiguren.

Lesbische Liebe und ein deutsch-türkisches Coming-out

"No Turning Back ist die erste Webserie aus Deutschland, die sich mit dem Coming-out beschäftigt - und zwar sowohl von Mädchen als auch von Jungen. Gerade die weibliche Seite war den Jugendlichen wichtig, da diese oft zu kurz kommt und lesbische Liebe meist nicht so öffentlich thematisiert wird wie schwule Liebe. Genauso zeigt die Serie aber auch: Homosexualität existiert überall - egal welche Herkunft oder Religion eine Person hat. Mit der Hauptrolle Tom Ali wird dies als etwas Selbstverständliches gezeigt, ohne seine deutsch-türkische Identität im Bezug auf ein Coming-out zu problematisieren.

Jugendzentrum Sunrise

Aber nicht nur vor der Kamera gibt es ein Coming-out. Auch hinter den Kulissen haben die Jugendlichen filmreife Erfahrungen gesammelt. Abiturient und Nachwuchskameramann Pascal aus dem Sauerland ist durch die Serie erstmals mit anderen queeren Jugendlichen in Kontakt gekommen, hat einen Jugendtreff besucht und seine erste queere Party gefeiert.

Das gab ihm Selbstbewusstsein. "Ich konnte mich erst nicht mit dem Schwulsein anfreunden. Aber ich habe mich dann während der Dreharbeiten bei meinen Eltern und Freunden geoutet", sagt Pascal. Für ihn war das Medienprojekt deshalb auch ein persönlicher Erfolg - zumal er dort seine erste große Liebe gefunden hat.

Zweite Staffel geplant Drehbuch steht schon

Dass die Serie ein Erfolg wird, dessen sind sich die Nachwuchsfilmer*innen aus dem Sunrise sicher. Damit sie möglichst viele Jugendliche erreichen und ihnen mit der Serie Mut machen können, haben sie diese in verschiedene Sprachen untertitelt. Englisch, Spanisch, Russisch, Polnisch und Chinesisch sind bereits vorhanden. Weitere Sprachen werden folgen. Ebenso soll es auch noch mehr Folgen geben. Eine Rohfassung des Drehbuchs für die zweite Staffel steht schon.

"Uns hat das Projekt einfach riesig Spaß gemacht. Deshalb wollen wir, dass es weitergeht", sagt Lisa, die nicht nur hinter der Kamera, sondern auch in der weiblichen Hauptrolle vor der Kamera mitgewirkt hat. Um die zweite Staffel zu finanzieren, sammeln die Jugendlichen bereits ihr Budget zusammen. Unter anderem nehmen Sie derzeit am Voting "Dein Verein" teil, bei dem sie auf 1000 Euro hoffen. Wer sie dabei unterstützen möchte, der kann hier abstimmen.

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Weitere Quellen: Jugendzentrum Sunrise