OUT NOW - Interview

Redaktion Von Redaktion

Sven Matten ist 30 Jahre alt und Chef der Filmfirma ParadigmaEntertainment, die den Aufklärungsfilm OUT NOW produziert. AlsRegisseur ist er auch für die inhaltliche Umsetzung verantwortlich. Wirstellten ihm ein paar Fragen.

Sven Matten ist 30 Jahre alt und Chef der Filmfirma ParadigmaEntertainment, die den Aufklärungsfilm OUT NOW produziert. AlsRegisseur ist er auch für die inhaltliche Umsetzung verantwortlich. Wirstellten ihm ein paar Fragen.

Was ist das Konzept von OUT NOW?
OUT NOW ist ein Kurzfilm, der versucht, Toleranz zu schaffen. Mit ihmsoll an Schulen, Freizeitheimen, Jugendzentren - eigentlich überall -zum Thema Homosexualität gearbeitet werden können. Da gibt es nämlichbisher gar nichts, keine Filme, keine Arbeitsblätter, keine
Fortbildungen für Lehrer wie zum Beispiel beim Thema Rassismus. Deshalbmachen wir jetzt diesen Film, Pädagogen erstellen Arbeitsblätter dazu,Informationen für Lehrer und Infomaterial für Schüler. Und dann wird esnoch einen Zusatzfilm geben, in dem die Mitwirkenden, in erster Liniedie beteiligten Schüler verschiedener Gymnasien erzählen, wie es ihnenso gegangen ist.

An wen richtet sich der Film?
Die Zielgruppe sind in erster Linie Jugendliche zwischen 12 und 17Jahren. Das sind natürlich einerseits "direkt Betroffene", also Leute,die gerade ein Coming Out durchleben, und andererseits die große Masse,das Umfeld, die Jugendlichen, die vielleicht jemanden kennen, derschwul, lesbisch oder bisexuell ist. Aber im Grunde machen wir den Filmnicht ausschließlich für Jugendliche, sondern auch für alle anderen,die mit dem Thema in Berührung kommen, z.B. Eltern.

Wie ist die Story entstanden?
Wir haben ein Drehbuch geschrieben, das dann von Pädagogen und Schülernweiterentwickelt wurde. Überhaupt haben wir uns in jeder Phase anPädagogen und Betroffenenorganisationen gewendet, zudem wurde auch eineVielzahl von Schülern vor und hinter der Kamera aktiv eingebunden.

War es nicht schwierig, an Fördergelder für einen schwulen Toleranzfilm zu kommen?
Doch, schon, zu Beginn. Das Bayerische Seminar für Politik e.V. warendie ersten, die Barmittel zur Verfügung gestellt haben. Im wesentlichenwurden wir sonst mit großzügigen Sachmitteln unterstützt,beispielsweise von der Bavaria Film GmbH oder Martin Ludwig
Kameraverleih GmbH, um nur einige von rund 24 Sponsoren zu nennen. Auchdie Leute, die mitarbeiten machen das alle nicht für Geld.

Wie hast du die Sponsoren aber auch die Pädagogen für ein schwules Projekt auftreiben können?
Ich habe vor einem Jahr JUMP! gedreht. Der Film hatte grundlegend einähnliches Konzept, nur ging es halt in erster Linie um Rassismus undnicht um Homosexualität - und das hauptsächlich weil sich damalsniemand an das Thema Homosexualität getraut hat. Dann lief mit JUMP!alles sehr gut, und die Firmen, die damals geholfen hatten, hattenVertrauen zu uns, und haben sich an ein Sponsering für ein schwulesProjekt gewagt. Und es gab wegen JUMP! Kontakt zu Pädagogen undSchülern, die dann bei OUT NOW wieder mitgearbeitet haben.

War es schwer, Drehgenehmigungen zu bekommen?
Nein, nachdem wir den richtigen Drehort gefunden hatten war sowohl dieGemeinde als auch die dortige Schule extrem nett und haben uns ziemlichviel geholfen.

Ab wann und wo können sich Schulen, Jugendzentren oder sonstige Interessierte den Film besorgen?
Den Film wird es ab der Premiere Ende April geben. Man bekommt ihn aufjeden Fall über das Bayerische Seminar für Politik. Am Besten aber danneinfach auf unsere Website schaue, da werden alle Infos zu finden sein.Übrigens gibts da demnächst auch eine extra Unterseite für OUT NOW.

Wenn die Postproduktion von OUT NOW gelaufen ist - was gibt es für neue Projekte?
Wir verfilmen beispielsweise den Roman "Ein Fall von Liebe" von GordonMerrick. Und sind auch an "Der Langstreckenläufer" von Patricia NellWarren dran.

Der dritte Teil unseres Berichts über den Kurzfilm OUT NOW!, ein Interview mit den beiden Hauptdarstellern, folgt nächste Woche.

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