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Redaktion Von Redaktion
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Amerikas derzeit beliebtestes schwules Serienpaar wird heiraten. Die Figuren der erfolgreichen Familiensitcom Modern Family, Cameron und Mitchell, haben sich in der ersten Folge der mittlerweile fünften Staffel verlobt.

In der Episode "Suddenly, Last Summer", die am 25. September auf dem Network Sender ABC ausgestrahlt wurde, beziehen sich die Serienautoren auf die diesjährige Entscheidung des Supreme Courts, die Homo-Ehe im Bundesstaat Kalifornien zu legalisieren. Jeffrey Richman, einer der Autoren und selbst offen homosexuell lebend, erklärte in der Fachzeitschrift The Hollywood Reporter, welche Möglichkeiten der soziopolitische Wandel für die Entwicklung der Serie bereithält.

So könne man aus der Trauung von Cameron und Mitchell nicht nur ein einmaliges Ereignis machen, sondern einen mehrere Episoden übergreifenden Handlungsbogen spannen. Nebst anrührender Verlobungsszene erwartet die Zuschauer also noch die anstehende Hochzeitsplanung inklusive Junggesellenabschied.

Doch wie wäre es mit Cameron und Mitchell ohne die rechtsstaatliche Veränderung weitergegangen?

Bereits seit vier Staffeln erlebt der Zuschauer das alltägliche Familienglück der beiden mit ihrer gemeinsamen Adoptivtochter Lily, das bisher frei vom ehelichen Bund existierte. In den USA zählt Modern Family zu den quotenstärksten Serien, die zur Primetime ausgestrahlt werden und begeistert gleichermaßen Republikaner wie Demokraten. So zählen beispielsweise die First Lady Michelle Obama sowie die ehemalige Anwärterin auf selbigen Posten, Ann Romney, zu großen Anhängerinnen der Sitcom.

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Der Schauspieler von Mitchell, Jesse Tyler Ferguson, hat dieses Jahr selbst seinen langjährigen Partner Justin Mikita geheiratet.

Der Schauspieler von Mitchell, Jesse Tyler Ferguson, hat dieses Jahr selbst seinen langjährigen Partner Justin Mikita geheiratet.

Die Folgen eines solchen Schritts

Gerade aufgrund ihrer großen Popularität und Reichweite kritisieren Gegner der Homo-Ehe Modern Family, wie die LGBT-Zeitschrift The Advocate berichtet. Es wird befürchtet, die Serie könne die zahlreichen heterosexuellen Zuschauer für die Belange von gleichgeschlechtlich Liebenden sensibilisieren und somit negativ beeinflussen.

Dass es eine direkte Verbindung zwischen dem vermehrten Konsum von Sendungen mit homosexuellen Charakteren und Inhalten sowie der wachsenden Befürwortung gleichgeschlechtlicher Ehen in der amerikanischen Gesellschaft gibt, belegt eine statistische Untersuchung, die im letzten Jahr durchgeführt und im Hollywood Reporter publiziert wurde.

Weitere Homo-Ehen im TV?

Doch trotz der scheinbar ansteigenden gesellschaftlichen Zustimmung in Amerika beweist der diesjährige "Where We Are on TV"-Bericht der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD), dass ein allgemeiner Rückgang von LGBT-Figuren in US-Serien zu verzeichnen ist. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Hinwendung zur staatlich legitimierten Homo-Ehe bei Modern Family die Quoten weiter aufrecht halten kann oder ob sich durch diesen Schritt eher konservative Zuschauer zunehmend von der Serie entfremden und Modern Family ein baldiges Ende à la The New Normal bevorsteht.

Übrigens: Wer den beiden zu ihrer Verlobung gratulieren möchte, kann dies über den Hashtag #CongratsMitchandCam auf Twitter tun.

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Weitere Quellen: Hollywoodreporter, GLAAD, NYTimes, Advocate, RTL NITRO