Teenspirit hautnah

Falk Steinborn Von Falk Steinborn
Teenspirit hautnah
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Die englische Jugenserie "Skins - hautnah" ist wie die meisten Serien dieser Art. Es geht um Pubertät, Sex, Party und Drogen. Trotzdem lohnt es sich die Serie anzuschauen. Denn eines ist sie ganz sicher: hautnah dran.

Sid ist der Außenseiter in seiner Clique. Nichts bekommt er auf die Reihe, er wirkt dauerhaft verpeilt und ist ein kleiner Spätzünder. Aber zum Glück passt sein bester Freund Tony auf ihn auf. Und der hat einen Plan: Der jungfräuliche Sid muss schleunigst seine Unschuld verlieren.

Tony organisiert dafür kurzerhand die magersüchtige Cassie herbei. Die schwebt dank einer Extradosis Tabletten in einer ohnehin vollkommen anderen Welt und wirft sich jedem an den Hals, der sie nicht zum Essen zwingt. Es scheint als wäre Sids Entjungferung perfekt. Aber natürlich kommt alles anders, als Tony es geplant hat.

Dawsons Creek lässt grüßen

Eigentlich ist "Skins hautnah" eine Jugendserie wie jede andere. Es geht um eine Gruppe Teenager, die sich auf dem Höhepunkt ihrer Pubertät befinden; die sich mit Drogen und wilden Partys ihre Freizeit vertreiben und dabei ziemlich triebgesteuert auf der Suche nach der großen Liebe oder zumindest dem ersten Sex durch ihren Alltag hangeln.

Einige haben Probleme in der Schule, andere sind die coolen und erfolgreichen Typen, denen alle hinterhereifern. Alles ist wie in allen Jugendserien. Dawsons Creek und O.C. California lassen grüßen.

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Die Serie erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem 2008 die Goldene Rose beim Rose d'Or Festival in der Kategorie "Best Drama".

Die Serie erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem 2008 die Goldene Rose beim Rose d'Or Festival in der Kategorie "Best Drama".

Trotzdem schaut man sich diese Serie gern an. Sie ist in ihrer Machart anders als die bekannten US-amerikanischen TV-Importe. Das dürfte hauptsächlich daran liegen, dass "Skins hautnah" aus Großbritannien stammt.

Die Serie ist europäisch. Sie wirkt nicht so durchgestylt wie ihre amerikanischen Pendants sondern realistischer. Außerdem ist sie frischer. Das Erzähltempo ist hoch. Die Bilder sind gern einmal etwas verspielter und hier und da ganz überraschend. Ein amerikanisches Remaker der Serie wurde nach einer Staffel wieder eingestellt.

Schwule Charaktere an Board

Im Gegensatz zu O.C. California und Dawson Creek ist bei "Skins hautnah" von Anfang an eine schwule Figur dabei und zwar der stepptanzende Maxxie. Er ist der Schöngeist in seiner Clique und schleppt in der ersten Folge seine Freunde direkt in eine Schwulen-Bar, die ihre besten Jahre hinter sich hat. Außerdem gibt es noch Tonys Schwester Effy, die im Laufe der Serie auch Interesse an einer Frau hat.

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Maxxie steht offen zu seiner Homosexualität und liebt es zu tanzen.

Maxxie steht offen zu seiner Homosexualität und liebt es zu tanzen.

Es gibt auch ernsthafte Themen

Die wohl krasseste Person ist aber die magersüchtige Cassie. Ihre deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen. Sie kommt auch als Charakter am glaubwürdigsten daher. Und sie ist auch die Figur, die der Serie zumindest in den ersten Folgen ihre Tiefgründigkeit gibt. Denn im oberflächlichen Strudel von Sex und Party hebt sich Cassie mit ihrer Magersucht von den anderen Teenagern ab. Sie ist die mit dem Problem und sie ist der Spiegel ihrer Umwelt einer Umwelt, die sich nicht für Cassie interessiert und sie damit in die Magersucht getrieben hat.

Ob die Serie diese und andere tiefgängige Probleme Jugendlicher im ansonsten seichten Niveau einer Teenie-Serie fortsetzt, kann man sich seit August kostenlos bei MyVideo anschauen.

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