The Blossoming Of Maximo Oliveros

Redaktion Von Redaktion

Dieser philippinische Streifen erzählt die Geschichte von Maximo, eines Jungen in den Slums von Manila.

Wie zu erwarten ist der Alltag für ihn alles andere als einfach. Seine beiden Brüder und sein Vater sorgen mit kleinkriminellen Machenschaften für etwas Einkommen, die Mutter verstarb bereits kurz nach seiner Geburt. Ständig versucht er, seine Familienmitglieder vor der Polizei zu decken. Neben dieser Aufgabe kümmert er sich mit seinen gerade mal 12 Jahren nach Kräften um den heimischen Haushalt und andere "mütterliche" Aufgaben, vom Nähen bis zum Frisieren seiner Brüder. Aus Überzeugung und ohne jede Scham nimmt er so auch äußerlich eine Frauenrolle ein. In Mädchenkleidung und zuweilen mit einer kleinen Handtasche versehen stolziert er durch die verschmutzten Straßen seines Stadtviertels. Wie in mehreren anderen Ländern Südasiens eckt er mit seiner Homosexualität hier kaum an.

Wahrhaftig nimmt der äußerst feminine Junge die Rolle eines souveränen Oberhaupts seiner Verwandtschaft ein, im Gegenzug genießt er deren Akzeptanz und Achtung. Der Zuschauer reist mit dem Jungen durch seine eigene Welt - große Shoppingtouren, sein erster Schönheitswettbewerb, Alltag. Neben den Familien-aufgaben besteht der auch aus dem Abhängen an einem Verkaufsstand in der Nähe seiner Wohnung, der (schwarz gebrannte) DVDs unter die Leute bringt.

Ein verhältnismäßig glückliches Leben - Maximo bewegt sich frei in einer Welt großer Armut und des Verbrechens. Über Nacht soll sich das aber schlagartig ändern: Der junge, gut gebaute Polizist Victor rettet ihn aus den Fängen von Gangstern. Victor versucht positiv auf Maximo einzuwirken, um ihn auf einen anderen Lebenspfad zu bringen, schießt aber gewissermaßen über das Ziel hinaus. Mit seinen Idealen und seiner Standhaftigkeit findet Maximo erstmalig ein großes Vorbild, und auch sein Herz fühlt sich umgehend bei dem jungen Mann zuhause.
Die heimische Scheinidylle bekommt einen Riss - schließlich verkörpert ein Polizist Recht und Ordnung, sein Alltag jedoch das genaue Gegenteil. Und wie kann eine Beziehung zwischen den Beiden überhaupt funktionieren?

Antworten gibt der 2005 erschienene Film, der neben einer äußerst charmanten Hauptfigur auch viel über das Leben der Menschen auf den (eigentlich von der katholischen Kirche geprägten) Philippinen erzählt. Bei der Berlinale 2006 gewann der Film einen Spielfilm-Teddy, dem Filmpreis für LesBiSchwule Filme und landete weltweit einen Achtungserfolg bei queeren Filmfestivals.

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