"The New Normal"

Redaktion Von Redaktion
"The New Normal"
NBC/NBCUniversal

Mit einiger Verspätung startet ProSieben ab dem 8. Mai die in den USA sehr kontrovers diskutierte Comedy "The New Normal". Die Serie dreht sich um ein schwules Paar in Los Angeles, das sich sehnlichst ein Kind wünscht.

Der Gynäkologe David (gespielt von Justin Bartha) und der erfolgreiche Fernsehproduzent Bryan (Andrew Rannells) sind seit Jahren ein glückliches Paar. Die beiden sind jung und erfolgreich, ihnen fehlt eigentlich nichts außer - Nachwuchs.

Sie beginnen mit der Suche nach einer Leihmutter. Die ersten Kandidatinnen erweisen sich allerdings als ziemlich daneben und werden schnell abgehakt. Dann taucht die attraktive, aber etwas naive Goldie (Georgia King) auf. Sie ist Mitte Zwanzig und alleinerziehende Mutter einer neunjährigen Tochter. Weil Goldie arbeitslos ist und von einer besseren Zukunft für sich und ihre Tochter träumt - sie will Jura studieren - geht sie auf den lukrativen Deal mit David und Bryan ein. Die beiden Männer bieten ihr 35.000 Dollar für den "Job".

Allerdings gibt es ein Problem: Goldies Mutter Jane (Ellen Barkin). Sie gibt die republikanisch gesinnte Südstaatlerin, ist homophob, intrigant und rassistisch und haut Sprüche raus, dass Du nicht weißt, ob Du lachen oder weinen sollst. Soweit der Plot von "The New Normal".

In den USA ist die Serie im letzten Herbst auf NBC angelaufen. Entwickelt und produziert wurde sie vom Golden-Globe-Preisträger Ryan Murphy, der u.a. bereits die Serie "Glee" ins Fernsehen brachte. Außerdem zeichnete er für das Drehbuch und die Regie von "Eat Pray Love" mit Julia Roberts verantwortlich. Murphy ist selbst homosexuell und wurde im letzten Jahr Vater.

CC BY-SA 3.0/LadyUranus/Justin Bartha
Justin Bartha (34) ist einer der Hauptdarsteller der Serie. Bekannt u.a. aus dem Film "Hangover".

Justin Bartha (34) ist einer der Hauptdarsteller der Serie. Bekannt u.a. aus dem Film "Hangover".

Boykottaufrufe

Nach der Ankündigung durch die NBC geriet die Comedy-Serie sofort ins Kreuzfeuer konservativer Verbände und Institutionen. Allen voran "One Million Moms". Die Organisation, die ironischerweise selbst ins Drehbuch von "The New Normal" eingebaut wurde, setzt sich für den Schutz von Kindern sowie die Vermittlung christlicher Werte ein und vertritt das klassische Bild von Familie. Andererseits hat sie radikale Ansichten gegen Pornografie, Abtreibung und Homo-Ehe. Auf ihrer Webseite rief "One Million Moms" zu öffentlichen Protesten auf und forderte von Unternehmen einen Boykott der Werbepausen. Die Serie zersetze Moral und Werte und schade der amerikanischen Kultur. Pikante Randnotiz: Schauspielerin Ellen Barkin ist Mitglied bei "One Million Moms".

Die NBC äußerte sich damals nicht zu den Vorwürfen. Produzent Ryan Murphy dagegen reagierte ziemlich gelassen. Er wunderte sich darüber, dass der Verband eine massive Gegenposition bezog, bevor überhaupt eine Folge der Sitcom ausgestrahlt worden sei.

Ein lokaler Partner der NBC, der Sender KSL-TV im Mormonenstaat Utah, strich die Serie nach der Pilotfolge aus seinem Programm mit der Begründung, sie sei in verschiedener Hinsicht "unpassend", vor allem zur besten Familiensendezeit.

Es ist sicherlich an der Zeit, dass das Thema Homo-Ehe samt Kinderwunsch auch als Comedy verarbeitet wird. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob die Qualität stimmt oder ob die Serie zum Klamauk verkommt.

ProSieben zeigt die Serie ab 8. Mai immer mittwochs in Doppelfolgen ab 22.15 Uhr.

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Weitere Quellen: ProSieben, NBC/NBCUniversal, CC BY-SA 3.0/LadyUranus/Justin Bartha