AliciaZett Q&A: „Wie fühlt es sich an, trans* zu sein?“

Julian Von Julian
AliciaZett Q&A: „Wie fühlt es sich an, trans* zu sein?“

AliciaZett/Youtube

Das Thema Transsexualität bzw. Transidentität findet mehr und mehr die öffentliche Aufmerksamkeit. Trotzdem gibt es in der Gesellschaft, aber auch unter Homosexuellen noch viele Vorurteile und hauptsächlich auch Unwissenheit, was es eigentlich bedeutet, trans* zu sein.

Aus diesen Gründen hat sich die junge Youtuberin Alicia dazu entschlossen ein Q&A mit Fragen rund um das Thema zu gestalten. Sie sensibilisiert damit und schafft ein besseres Verständnis für trans*Männer und trans*Frauen.

Beantwortet werden die Fragen ihrer Community von dem befreundeten Youtuber Noah. Er selbst ist ein trans*Mann und nutzt seinen YouTube-Kanal ebenfalls, um über das Thema zu informieren und anderen zu helfen. Mit ihrem Q&A-Video wollen die beiden auch die restliche LGBT-Community auf das Thema aufmerksam machen und Menschen, die bislang noch keinen Bezug dazu hatten, erreichen. Deren Unterstützung ist sehr wichtig.

Alicia selbst ist nicht trans*. Trotzdem liegt es ihr sehr am Herzen. Sie möchte ihren Zuschauern näher bringen, was es bedeutet, trans* zu sein und wie hart und lang der schwierige Prozess zum tatsächlichen eigenen Ich sein kann. Das Interesse am Thema war riesig. Es kamen sogar so viele Fragen zusammen, dass sie schließlich gemeinsam mit Noah zwei Videos veröffentlichen konnte.

Hier werden zunächst die Standardfragen wie „Wann hast du denn gemerkt dass du trans* bist?“ oder "Was ist der Unterschied Geschlecht und Sexualität?“ beantwortet. Relativ schnell geht es dann aber in die Tiefe und es wird klar, wie spannend, aber auch wie schwierig und sensibel das Thema sein kann.

„Wie war es die Veränderung des Körpers, nach der Einnahme von Hormonen zu sehen?“

Aber auch die Probleme und Herausforderungen, die Noah und andere trans* Personen immer wieder meistern müssen, werden erklärt. Zum Beispiel zu welchem Zeitpunkt man auf welche Toilette geht oder wie in der Schule und mit den Lehrern damit umgegangen wird.

„Man muss sich immer rechtfertigen vor Gutachtern, Psychologen, Psychiatern, um zum Beispiel Hormone nehmen zu dürfen, seinen Namen ändern zu können und eben auch für die OP´s muss man solche Befragungen machen […] man muss immer beweisen, dass man trans* ist.“

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Neben den formalen Auflagen, die erfüllt werden müssen, um den eigenen Köper seiner Identität anpassen zu dürfen, steht auch der Konflikt mit der Gesellschaft. Sie kann oft noch nicht das Verständnis aufbringen, welches eigentlich selbstverständlich sein sollte.

„Warum kannst du nicht einfach ein maskulines Mädchen sein?“

Noah ist es außerdem wichtig zu zeigen, dass die Interessen, Sexualität und Geschlecht drei komplett unterschiedliche Gebiete sind, die zwar gegenseitigen Einfluss haben, aber nicht direkt zusammenhängen.

„…beim trans* sein geht es um deine Identität. Wenn ich mich als Mann fühle, dann fühle ich mich als Mann und wie ich mich präsentiere. Was meine Interessen sind und was ich mag, hat erstmal gar nichts damit zu tun.“

Die Gesellschaft suggeriert aber das genaue Gegenteil. Schon in der Kinderstube wird festgelegt, dass Jungs gerne mit Autos spielen und Mädchen rosa mögen. Dieses Schubladendenken in männlich und weiblich erschwert es auch oft, seine tatsächliche Identität zu verwirklichen. Es braucht viel Selbstbewusstsein, die Schublade zu verlassen.

Im zweiten Video, welches auf Noahs Kanal veröffentlicht wurde, spricht er über seine OPs, sein Coming-out und wie er mit Anfeindungen umgeht. Gerade beim Thema Coming-out bei der Familie und Freundeskreis werden die Parallelen zur Homosexualität deutlich. Auch hier fallen Sätze wie: „Das ist doch nur eine Phase!“.

Das hilft in einer solchen Situation nicht weiter und möchte weder ein trans*Mann, noch ein Schwuler hören. Wir sitzen alle im gleichen Boot und es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Wichtig zu betonen ist an dieser Stelle noch einmal, dass die sexuelle Orientierung nichts mit Transsexualität zu tun hat, sie sind komplett unabhängig voneinander.

Wir haben großen Respekt vor Noah! Respekt, dass er seine Geschichte so öffentlich erzählt und damit vielen Jugendlichen hilft. Gemeinsam sollten sich alle LGBTQ dafür einsetzen dass endlich mehr Aufklärung und Verständnis für das Thema aufgebracht wird.

So würde auch der Druck auf die Politik erhöht werden, endlich Gesetze anzupassen und Menschen, die eh schon um jede Unterstützung und Anerkennung kämpfen müssen, ihre Entwicklung nicht noch zu behindern.

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