Alles Glück?

Redaktion Von Redaktion

Die Menschen sind so darauf fixiert glücklich zu sein,dass sie gar nicht mehrbemerken, wenn sie einmal glücklich sind. Blöde Situation. Um ihr zu entweichen brauchen wir eines: ein bisschen Glück.

Draußen regnet es nur so in Strömen. Seit Tagen sehe ich kein Sonnenlicht mehr. Und es ist nicht so, als könnte ich die eigentlich gemütliche Atmosphäre nutzen um ruhig auf dem Sofa zu liegen und mich auszuspannen. Nein, ich muss natürlich über Schulbüchern hocken und lernen. Aber eigentlich komme ich gar nicht voran. Ich fühle mich lustlos, antriebslos und unglücklich. Doch was ist eigentlich Glück?

Glück kann zwei Bedeutungen haben. Einerseits den Gefühlzustand "man fühlt sich Glücklich" und anderseits aufgrund eines positiven Umstandes im Sinne von "Glück haben".

Glück zu haben ist eigentlich ganz einfach. Man nimmt das kleine Marzipanschwein, den Glücks-Pfennig oder das Hufeisen und verlässt sich auf den Zufall. Hat man dann kein Glück, hat man eben Pech. Sich glücklich zu fühlen hingegen ist schon entschieden schwerer!

Medizinisch gesehen wird das Glücksgefühl durch den Neurotransmitter Serotonin ausgelöst. Diesen Botenstoff schüttet das Gehirn bei bestimmten Tätigkeiten aus, wie zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme, dem Sport oder dem Sex. Das heißt jedoch nicht, dass man sich durch übermäßigen Schokoladenkonsum glücklich frisst. Wenn, dann wird man davon dick, was bei den meisten Leuten auch wieder zur Unglücklichkeit führt.

Aber warum sind wir stets bestrebt, glücklich zu sein? Das könnte man mit der Biologie begründen. Das Verlangen nach Serotonin ist dem Menschen angeboren, was für den Fortbestand der Rasse wichtig ist. Denn so wird dem Menschen der Sex und die Nahrungsaufnahme "schmackhaft" gemacht. Potentiell sind wir also vom Glück abhängig.

Aber vielleicht ist die Medizin in dieser postmodernen Gesellschaft mit dem ständigen Wertedenken zu missachten auf der Suche nach dem Glück. Der Mensch ist doch nur noch auf sich fixiert und Kinder will heute auch keiner mehr bekommen. Es ist an der Zeit, sich darüber klar zu werden, was man eigentlich vom Leben will. "Dass wir da sind, um glücklich zu sein", ist ein großer angeborener Irrtum, so Arthur Schoppenhauer (Aphorismen).  Er empfiehlt sich in seinem Glücksstreben nicht auf äußere Güter wie Besitz und Ansehen zu richten, sondern die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. "Die größten Feinde des Glücks sind Schmerz und Langeweile, wobei letztere durch geistigen Reichtum überwunden werden kann", so Schoppenhauer.

Laut des "Happy Planet Index", aufgestellt von der "New Economics Foundation", ist Deutschland nach Italien das Glücklichste Land der Industriestaaten. Trotzdem landen wir im 178-Länder-Index nur im Mittelfeld auf Platz 81. Am besten lässt sich angeblich in Vanuatu oder lateinamerikanischen Ländern leben.

Die Menschen heut zu Tage sind so darauf fixiert glücklich zu sein, dass sie das eigentliche Glück, das ihnen geschieht, gar nicht mehr bemerken. Wird man denn jemals glücklich sein? Ich glaube, wir werden unser Leben lang nie reines Glück empfinden. Und das ist auch gut so. Denn was wäre, wenn man tatsächlich an dem Punkt angelangt ist, an dem man glücklich ist? Entweder würde man es durch das ständige Weiterstreben nicht bemerken, oder man könnte es nicht glauben, das "große Ziel" tatsächlich erreicht zu haben.

Es besteht jedoch die Möglichkeit richtig und vollends glücklich zu sein. Und zwar beim Eintreten eines natürlichen Todes. Dabei schüttet das Gehirn zur Erleichterung des Sterbenden Massen an Serotonin aus, wodurch man sich fühlt, als sei man auf Wolke 7. Wirklich viel hat man davon nicht. Man muss sich also an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und nicht auf das Absolute warten. Und mit ein bisschen Glück, fühlen wir uns Glücklich!

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Bilder: photocase.com