Depressionen

Redaktion Von Redaktion

Daniel ist 18, macht in einem Jahr sein Abitur und ist eigentlich einrecht fröhlicher Kerl. Doch seitdem seine Beziehung zerbrochen ist,fehlt ihm die nötige Antriebskraft. Jetzt leidet Daniel unter Depressionen...

Daniel ist 18, macht in einem Jahr sein Abi und ist eigentlich ein recht fröhlicher Kerl. Er geht öfter in die Disco, tanzt für sein Leben gerne und sein größtes Hobby ist Street-Hockey. Noch vor ein paar Monaten hatte Daniel einen Freund, doch die Beziehung ging nach 1 ½ Jahren leider in die Brüche, was ihn ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Seitdem fühlt er sich etwas traurig.

Er bleibt oft lieber im Bett liegen statt in die Schule zu gehen von Sport kann gar keine Rede sein. Irgendwie fehlt ihm die Antriebskraft. Von seiner fröhlichen Ader spürt man auch schon eine ganze Weile nichts mehr, er wirkt etwas blass und verschlossen lächeln sieht man ihn kaum mehr. Wenn Daniel das Haus verlässt, fühlt er sich manchmal ein wenig unsicher, ohne zu wissen warum, und auch wenn er mal etwas besser drauf ist, wirkt die Welt um ihn herum irgendwie grau und trostlos. Und das nur wegen des Beziehungsendes? Wohl kaum, denn eigentlich hat er damit abgeschlossen. Daniel leidet unter Depressionen.

"Depri" heißt nicht "traurig"

"Irgendwie bin ich heute ein wenig depri." ein Satz, den die meisten von uns sicher öfter mal benutzen und der soviel bedeuten soll wie "Ich bin nicht so gut drauf heute." Aber eigentlich ist er total falsch, denn Depressionen sind keineswegs kurze Phasen, in denen wir uns nicht gut fühlen oder traurig sind. Depressionen sind eine Krankheit, die leider viel zu oft nicht erkannt wird.

Und das, obwohl sie immer häufiger auftritt. Etwa jeder sechste leidet im Laufe seines Lebens ein oder mehrere Male unter Depressionen. Den einen trifft es härter, den anderen weniger stark. Aber von alleine wieder aus dem Tal der Traurigkeit herauszukommen, das ist sehr oft nicht möglich.

 Warum ist diese Erkrankung so schwer diagnostizierbar? Um aktiv dagegen vorgehen zu können, müssen wir erst einmal selbst verstehen, was mit uns los ist. Und genau das fällt den meisten Erkrankten schwer. Viele merken von der Talfahrt anfangs gar nicht so viel irgendwie sind sie nur einfach nicht so gut drauf wie sonst. Sie freuen sich über die Kleinigkeiten des Alltags nicht mehr, empfinden die Welt als steril und trostlos. Und schlecht drauf ist doch jeder mal, oder? Wo sind also die Grenzen? Ab wann leidet man unter Depressionen und wann hat man einfach nur eine schlechte Phase oder Stimmungstiefs?

Diagnose: Depressionen

Ganz so einfach sind diese Fragen leider nicht zu beantworten. Depressionen lassen sich meist nicht so gut "greifen" wie andere Krankheiten. Es kann die unterschiedlichsten Auslöser dafür geben: Kindheitstraumata, Drogenkonsum (vor allem Ecstasy), Todesfälle, Schicksalsschläge im Privat- oder Arbeitsleben oder einfach nur körperliche Probleme wie Stoffwechselstörungen. Oft kommen mehrere Faktoren gleichzeitig ins Spiel und fügen sich wie ein Puzzle zusammen.

Symptome gibt es Hunderte, die sich bei jedem Patienten anders darstellen: Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Lustlosigkeit, Nervosität, Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, Verdauungs- oder Magenprobleme, nicht enden wollende Traurigkeit, sexuelle Unlust oder Potenzprobleme, Rückenschmerzen, Müdigkeit und, und, und. Unter Depressionen leidende Menschen sind sehr oft stark selbstmordgefährdet und genau das macht diese Krankheit so gefährlich. Wer unter Depressionen leidet, hat meist Probleme, die Hürden des Alltags zu nehmen und seine sozialen Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen. Man ist öfter völlig unfähig zu lernen oder zu arbeiten, was wiederum direkt oder indirekt weitere Minderwertigkeitskomplexe hervorruft ein Teufelskreis.

Was läuft schief und wie lässt sich das behandeln?

Man hat herausgefunden, dass bei depressiv Kranken ein Mangel an Serotonin und Noradrenalin besteht. Diese beiden Stoffe sind Neurotransmitter, Botenstoffe des Gehirns, und sorgen dafür, dass Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergegeben werden können. Liegt ein Mangel daran vor,  wird unser ganzes seelisches Gleichgewicht gestört: Die Wahrnehmung gerät aus den Fugen und unser Denken und Fühlen gerät ins Schwanken.

 Relativ leicht zu behandeln sind die sog. "Herbst/Winter-Depressionen". Hervorgerufen durch einen Mangel an Licht, kann man mit einer entsprechenden Lichttherapie Abhilfe schaffen. Bei ganz leichten Stufen der Herbst/Winter-Depression genügt es aber oft, mehr an die frische Luft zu gehen und dadurch "Licht zu tanken". Vor allem das frühe Licht morgens wirkt sich sehr positiv auf unser Wohlbefinden aus. Schwieriger wird es bei "richtigen" Depressionen. Je nach Art der Depression ist hier eine andere Vorgehensweise nötig.

Die meisten Erkrankten erhalten sog. "Antidepressiva". Das sind Arzneimittel, die direkt auf die depressiven Zustände einwirken und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Eine zusätzliche psychotherapeutische Behandlung ist oft genauso notwendig wie eine Umstellung des Alltags der Patienten depressionsfördernde Faktoren müssen hier beseitig werden. Sehr gut tut vielen depressiv Kranken der Gang in Selbsthilfegruppen. Es erleichtert die Situation ungemein, sich mit anderen Leidensgenossen austauschen zu können.

Ganz wichtig ist aber auf jeden Fall der erste Schritt: Der Gang zum Arzt. Länger anhaltende Phasen von Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit vor allem wenn man sie selbst nicht versteht können Symptome von Depressionen sein.

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Weitere Quellen: medizininfo.de