Die etwas andere Masche

Falk Steinborn Von Falk Steinborn

Sie sind bunt, geringelt, kuschelweich und haben mit ihren Vorbildern höchstens die Form gemeinsam -  die Rede ist von gehäkelten Penissen. dbna hat die Ausstellung besucht und berichtet mit einem Video.

Handarbeit muss keineswegs langweilig sein. Das beweisen die Häkelarbeiten von Andrea Pritschow. Die Künstlerin hat sich das männliche Genital vorgenommen und Penisse in knalligen Farben und allen Formen und Größen geschaffen  vom neongelben Schlüsselanhänger bis zum kolossalen 1-Meter-Phallus. Die männliche Wirklichkeit südlich des Bauchnabels hat Pritschow damit vollkommen neu designt.

Die Anregung dazu entstammt zu kleinen Teilen ihrer eigenen Erfahrung. Vieles fußt aber eher auf einer Idealvorstellung vom männlichen Geschlecht. Und mit dieser spielt sie gekonnt. So trägt ihre Ausstellung in der Essener Bar "Banditen wie wir" bezeichnenderweise den Titel "My hard will go on". Allerdings sind die Häkel-Penisse alles andere als hart. Aus weicher Wolle und mit Watte ausgestopft sind sie Kunst im praktischen Sinn   als Ersatz für das Kuscheltier oder einfach nur als Nackenrolle. In Zukunft gilt: Jeder kann einen oder gleich mehrere Penisse haben zumindest aus Wolle.




Die Häkel-Penisse sind noch bis zum 10. Mai bei "Banditen wie wir" zusehen, jeweils ab 20 Uhr in der Cäcilienstr. 8 in Essen-Rüttenscheid.


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Weitere Quellen: Andrea Pritschow