Mailand: Ab in den Süden

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Mailand: Ab in den Süden
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Wer dem beginnenden Herbst entfliehen möchte, der kann in Mailand ganz einfach seinen Sommer verlängern. Die Stadt ist perfekt für einen Wochenend-Trip: Kurze Wege, überwältigendes Kultur- und Shoppingangebot sowie ein lebendiges Nachtleben. Außerdem ist bis Ende Oktober noch die Weltausstellung in der Stadt.

Vor allem während der Fashion-Week steht Mailand im Fokus der internationalen Modeszene. Doch auch sonst ist die zweitgrößte Stadt Italiens absolut einen Besuch wert. Besonders für ein verlängertes Wochenende ist Milano, wie die Italiener sagen, perfekt: Nah genug, um schnell dort zu sein, und weit genug weg, um echtes Urlaubsfeeling zu spüren.

Wer den Sommer über genug Geld gespart hat oder bei wem die Scheine sowieso locker sitzen, der wird in Mailand seine Kreditkarte zum Glühen bringen. Die Stadt ist nicht umsonst neben Paris, London und New York eine der Modemetropolen. Die wichtigsten Designer haben große Flagship-Stores in der Via Montenapoleone, aber auch kleinere, noch unbekannte Labels gibt es zuhauf in der Stadt.

Wer "Das letzte Abendmahl" sehen will, sollte vorher Karten kaufen

Doch Mailand lässt nicht nur die Herzen von Fashion Victims höher schlagen: Auch Kulturfans kommen voll auf ihre Kosten. Da ist etwa die weltbekannte Oper "Scala", direkt neben der Galleria Vittorio Emanuele gelegen. Darüber hinaus ist Mailand übersät mit Kunstmuseen. Besonders die erst im Mai eröffnete Fondazione Prada sollten Kunstinteressierte auf dem Schirm haben: Die Privatsammlung der Familie Prada zeigt auf einem großzügigen, nüchtern-modernen Areal im Süden der Stadt. Vor allem zeitgenössische Kunst, über die sich wie immer streiten lässt, daneben aber auch Klassiker der italienischen Moderne sowie zuletzt eine Sonderausstellung über Kopien von antiken Skulpturen.

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Mailand gilt als Hauptstadt der Mode. Designer wie Gucci, Prada, Armani und Dolce & Gabbana haben hier ihren Sitz.

Mailand gilt als Hauptstadt der Mode. Designer wie Gucci, Prada, Armani und Dolce & Gabbana haben hier ihren Sitz.

Das Museo del Novecento neben dem Dom zeigt auf vier Stockwerken italienische Werke des 20. Jahrhunderts. Auch die Pinacoteca di Brera ist sehenswert, auch wenn sie etwas besucherunfreundlich daherkommt. In beiden ist meistens nicht so viel los, sodass man dem Trubel der Innenstadt hervorragend entfliehen kann. Wer jedoch das berühmte "Letzte Abendmahl" von Leonardi da Vinci sehen will, das nicht zuletzt durch die Verschwörungstheorien Dan Browns Berühmtheit erlangt hat, der sollte sich schon vor der Ankunft in Mailand um Karten kümmern: Besichtigungen im Speisesaal des Klosters Santa Maria delle Grazie sind streng reglementiert. Ein Spontanbesuch kommt nicht in Frage.

Nach einem ausgiebigen Buffet geht's ab in die Bars

Wer von der vielen Kultur oder dem ganzen Geldausgeben noch nicht müde geworden ist, der muss ins Mailänder Nachtleben eintauchen. Die Italiener wissen, was eine gute Party ist. Trotzdem öffnen die meisten Clubs erst um 24 Uhr, sodass erst ab zwei Uhr richtig viel los ist. Davor trifft man sich zum ausgiebigen Abendessen. In vielen kleinen Cafés außerhalb der Innenstadt gibt es günstige Buffets: Für etwa sieben Euro kann man sich an Salaten, Bruschetta, Aufläufen und anderen Antipasti satt essen.

Danach geht's weiter in eine hippe Bar, etwa das im Retrostil eingerichtete Mono. In Mailand gibt es kein besonderes Schwulen- oder Szeneviertel, doch viele Schwulenbars sind wie das Mono rund um die Metrostation "Porta Venezia". Das Publikum in der gemütlichen Bar mit freundlichem Personal ist gemischt und reicht von Teenagern über Studenten bis zu Männern mit Lederfetisch. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene tümmeln sich im sehr chicen Blanco. Drinnen ist das weiße Licht kaum auszuhalten, dafür ist die Terrasse mit Blick auf den gegenüberliegenden Park umso schöner.

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Der deutsche Pavillon auf der Expo 2015: Sieht aus wie ein Käfer, vermittelt aber viele Informationen.

Der deutsche Pavillon auf der Expo 2015: Sieht aus wie ein Käfer, vermittelt aber viele Informationen.

Dank Billigfliegern günstig nach Mailand

Wer aktuell in Mailand Urlaub macht, kommt um die Expo nicht herum. Ob am beeindruckend-monumentalen Hauptbahnhof, rund um den gotischen Dom oder im riesigen Parco Sempione: Plakate weisen auf die Weltausstellung im Stadtteil Rho hin. Unter dem Motto "Den Planeten ernähren, Energie für das Leben" zeigen 145 Länder in ihren Pavillons die Strategien, eine steigende Bevölkerung nachhaltig zu ernähren. Das reicht von recht simplen riesigen Screens im irischen Pavillon über Experimente zum Selbermachen bei Tschechien bis zu Pepsi-Werbung im Pavillon der USA. Für wen der Tageseintritt mit 40 Euro zu teuer ist, der kann mit der Abendkarte erst einmal in die Weltausstellung schnuppern. Die kostet nur fünf Euro und ermöglicht den Zutritt zur Expo von 19 bis 23 Uhr.

Außer zur Expo lässt sich in Mailand fast alles zu Fuß erreichen. Das ist praktisch, denn so sieht man auch gleich viel mehr von der Stadt. Besonders eindrucksvoll sind die Straßenbahnen, die teilweise schon über 100 Jahre alt sind. Mailand ist dank seiner drei Flughäfen perfekt angebunden. Vor allem Billigairlines fliegen Mailand-Bergamo an, von wo aus man mit einem Shuttlebus in etwa einer Stunde am Hauptbahnhof ist. Mit einem Expresszug erreicht man den größten Flughafen Mailand-Malpensa in 45 Minuten. Näher ist nur Mailand-Linate, der vor allem für Inlandsflüge genutzt wird.

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