Nicht jedermanns Sache: Die schwule Szene

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Nicht jedermanns Sache: Die schwule Szene

zhukovsky / 123RF Lizenzfreie Bilder

Am Anfang einer jeden schwulen Karriere steht die Frage: „Soll ich da mal hingehen oder mach ich lieber gleich nen Bogen?“ Eine Sache die man nicht leichtfertig entscheiden sollte...

Jeder Mensch tickt anders! Darüber zumindest sollte Einigkeit herrschen. Was für den einen Ok, ist für den zweiten grandios, für den dritten haarsträubend und da macht unsere Szene natürlich keinen Unterschied. Daher sind die grundlegenden Fragen eher: Was will ich? Und dann vor allem: Was wird geboten? Wer sich darüber im Klaren ist, sollte eigentlich keine Probleme dabei haben, aber die Antworten sind meist gar nicht so leicht... 

Was gibt's in meiner Region?

Zunächst einmal ist die Antwort auf die zweite Frage vielleicht sogar die einfachere, auch wenn man als junger, gerade von sich überzeugter Schwuler voller Tatendrang gar nicht so recht weiß, was genau es da in seiner Region überhaupt gibt. Das erste Bild, das einem als Ahnungsloser  beim Wort „schwule Szene“ vor Augen steigt ist vielleicht dies der verrauchten Achtziger-Jahre Kneipe voller bierbäuchiger LKW-Fahrer, die den jungen Neuling gleich beim Eintreten mit anzüglichen Blicken bombardieren. Nun ihr habt es schon erraten: Das ist natürlich heute nicht mehr der Fall. Also gut, wer es mag, wird es auch finden, aber es dürfte zumindest bereits in mittelgroßen Städten keine größeren Schwierigkeiten geben, auch die etwas gediegeneren Ansprüche zu befriedigen. Grob lässt sich wohl sagen, dass es eigentlich nichts gibt, was dort nicht schon ausprobiert wurde. Ob nun Café, Disko, Laden, Jugendgruppe, Buchladen ,Radfahrerverein oder Schachklub: alles hatte wohl mal schon ein „schwul“ vorne am Namen kleben. Nun ist das Angebot natürlich in jeder Stadt anders gefächert. Was es vor Ort gibt, erfährt man leicht durch Medien wie Internet und lokale Presse. Die Frage ist nun, was genau man dort findet. Viele Schwule lieben die Szene. Sie sagen, sie gebe ihnen Freiheit, Spaß und Kontakte, alles was man sich nur wünschen kann. Viele andere bezeichnen sie aber wiederum als einengend, oberflächlich, flüchtig, aufzehrend und Sex-orientiert. 

Eine Gruppe Schwuler

Nun wie bei der einen, noch bei der anderen Ansicht lässt sich alles über einen Kamm scheren und die eigene Erfahrung ist immer noch der beste Lehrmeister. Man kann aber aus diesen völlig unterschiedlichen Perspektiven schon erahnen worauf man sich da einlässt. Wie überall im Leben haben die extrovertierten, kontaktfreudigen und offenen Menschen von Anfang an die besten Karten: Es gibt nichts schöneres als in eine Gruppe junger Schwuler integriert zu werden. Man hat Vertrauen fühlt sich voll akzeptiert und verstanden. Meist lang ersehnte Dinge, die einen die große Welt der Heten nur sehr schwer bieten kann. Wenn man dazu noch eine Spur gesunde Skepsis und Vernunft entwickelt hat, ist man schon meistens in einer zufriedenstellenden Lage. Andererseits gibt es auch introvertierte, schüchterne und weniger selbstbewusste Menschen, die dann bei der Integration nur zu oft auf der Strecke liegen bleiben. Sie sehen  die schwule Szene mehr als Belastung. Der noch völlig unsichere junge Schwule, sieht eventuell das bunte und wilde Leben der anderen wie einen D-Zug an sich vorüber rasen, ohne die geringste Ahnung wie er auf diesen Zug aufspringen soll. Wer dabei nicht aufpasst, kommt unter die Räder. Dies kann das bspw. dann so enden, dass der völlig Verschreckte dann bei einem nur zu verständlichen „Leidensgenossen“ landet, der dann Trost und danach noch vieles anderes spendet, was der Neuling eigentlich gerade nicht im Sinn hatte.... 

Szene keine Notwendigkeit

Zu welchen Leuten man sich zählt, was man aushält, was man wirklich will und was einfach nur für einen eine einmalige Überwindungssache ist und welches eine wirkliche Hemmung, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist: Die Szene hat schon viel zu bieten und sie ist sicherlich den einen oder anderen Versuch wert, aber sie ist mindestens seit der wunderschönen Erfindung des Internets keine zwingende Notwendigkeit mehr um andere kennen zu lernen. Und das gilt, da du ja offensichtlich in der Lage bist diesen Artikel zu lesen auch für dich. Du hast also die mal wieder, wie so oft, die freie Wahl!

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