Wohlfühl-Gemeinschaft oder Wut-Gruppe?

Redaktion Von Redaktion

Das Konzept der Wohngemeinschaft ist seit den 68ern eine weit verbreitete Form des Zusammenlebens geworden.Wir haben Tipps für das Leben in einer Wohngemeinschaft. Was sind die Vor- und Nachteile?

Das Konzept der Wohngemeinschaft (WG) ist seit der "Studentenrevolte" der Sechziger Jahre eine weit verbreitete Form des Zusammenlebens geworden. Damals hielten vor allem ältere Erwachsene das bunte Miteinander noch für sittenwidrig.

Heutzutage gelten die alten Vorurteile als überholt. Immer mehr Menschen aller Generationen, egal ob Schüler, Angestellte oder Rentner, ziehen das Leben in einer Gemeinschaftswohnung dem zwangsläufigen Trend zum Singlehaushalt vor.

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Vorteile

Vor allem als Jugendlicher scheint der Einzug in eine WG viele Vorteile mit sich zu bringen: Die Miet- und Nebenkosten einer Wohnung sind nicht von einer Person alleine zu tragen sind, sondern werden unter den Mitbewohnern aufgeteilt.

So muss zwar jeder selbst für seinen privaten Wohnraum aufkommen, Räume wie Bad, Küche und Flur werden aber gemeinsam bezahlt - und gemeinsam eingerichtet. Dadurch lassen sich auch die Ausgaben für Möbel und Haushaltsgegenstände enorm reduzieren.

Die gegenseitige Hilfe bei der Gestaltung der Wohnung garantiert von vornherein ein positives Gemeinschaftsgefühl, das gerade auch Singles über das (bisherige) Alleinsein hinwegtrösten kann. Wenn das Klima zwischen den Mitbewohnern stimmt, dann ist in einer WG immer etwas los.

Wer Freunde einlädt, wird sie in der Regel auch den anderen vorstellen und umgekehrt. So kommt jeder leicht mit neuen Menschen in Kontakt. Besonders bei feierlichen Anlässen werden viele WGs in eine große Partyzone verwandelt, weil alle Mitbewohner sich beteiligen und jeder eigene Gäste einladen kann, ohne, dass es zu eng wird. Zudem ist hinterher keiner mit den Aufräumarbeiten allein.

Auch wenn der Tag kommen sollte, an dem einer der Bewohner ausziehen möchte, wird er mit dem Umzugsaufwand nicht allein gelassen. Er kann die festgelegte Kündigungsfrist umgehen, wenn er einen direkten Nachmieter findet, mit dem die anderen leben können. Vielen fällt der Abschied aus einer WG nicht gerade leicht.

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Nachteile

Zu den Nachteilen des WG-Lebens gehört es, dass nicht jede Konstellation von Mitbewohnern funktioniert. Oft stellt sich erst nach einiger Zeit heraus, welche unterschiedlichen Ansichten man über das Zusammenleben hat und welche Macken und Fehler die einst so tadellos geglaubten Freunde oder Bekannten haben.

Da man aufeinander angewiesen ist, um das Zusammenwohnen so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte sich jeder auf den anderen verlassen können, gerade, wenn es ums Geld geht.

Nicht alle Jugendlichen sind reif genug, um die Verantwortung für die Verwaltung einer gemeinschaftlichen Kasse für Nebenkosten zu übernehmen. Auch die finanzielle Unterstützung durch Eltern ist nicht in jedem Falle gesichert. Wenn ein Mitbewohner nicht für die Miete aufkommen kann, sollte der gemeinsame Mietvertrag umgehend aufgelöst werden. Ansonsten müssen die anderen für ihn zahlen.

Negativ für das Klima in einer WG sind auch andere Unzuverlässigkeiten, beispielsweise bei der Sauberkeit. Bestenfalls sollten beim Einzug Regeln vereinbart werden, an die sich jeder der Mitbewohner halten muss.

Sobald sich Nachlässigkeiten zeigen, ist eine Aussprache der günstigste Weg, um einen negativen Dauerzustand, z.B. verdrecktes Bad oder Müllberge, zu vermeiden. Erst in solchen Situationen wird sich herausstellen, wer wirklich für das WG-Leben geschaffen ist und wer nicht!

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Weitere Quellen: leonrojo & christophe papke / photocase.de