Jeder Vierte zeigt Nacktfotos rum

Kai Witvrouwen Von Kai Witvrouwen
Sexting ist nichts Schlimmes. Man sollte nur aufpassen, wem man die intimen Fotos schickt.
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Intime Fotos und sexy Nachrichten sind meistens für den Liebsten gedacht. Eine neue Studie der Indiana University hat ergeben, dass sie jedoch nicht immer unter vier Augen bleiben.

Du schickst sie an deinen Freund oder über Dating-Apps an potenzielle Lover – Nacktbilder sind in Zeiten des Smartphones kaum wegzudenken. Gerade in Fernbeziehungen können sie ein wichtiger Faktor sein, um die Entfernung auszuhalten. Wer den Partner nicht bei sich haben kann, schickt einfach schnell ein Bild. Die Indiana University hat jetzt untersucht, wie wir mit diesen Nacktfotos umgehen.

Mit dem gegenseitigen Vertrauen nehmen es viele beim Sexting nicht ganz so ernst: 23 Prozent zeigen die Bilder anderen Freunden oder Bekannten. Und zwar nicht nur einer Person, sondern im Durchschnitt drei. Die Studie ergab auch, dass Pärchen häufiger Nacktbilder verschicken. 70 Prozent machen das in einer Beziehung. Für die Studie wurden 6000 US-Amerikaner zwischen 21 und 75 Jahren befragt.

Nacktbilder verschicken – nicht unbedenklich

Für die große Mehrheit ist Diskretion beim Sexting sehr wichtig. 73 Prozent der Befragten möchte, dass nur eine bestimmte Person die freizügigen Bilder sieht. Viele haben auch Angst, dass intime Bilder Konsequenzen für ihren Alltag haben könnten. Beispielsweise auf der Arbeit oder im sozialen Leben. 

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Auch fürs Sexting gibt's Regeln: Das Gesicht ist tabu.

Auch fürs Sexting gibt's Regeln: Das Gesicht ist tabu.

Justin Garcia leitete die Studie, er ist Forscher am Kinsey Institute und Professor für Gender Studies. Für ihn war es höchste Zeit, über dieses Thema zu forschen: „Es gibt noch nicht genug Forschung, die sich damit befasst, wie Menschen die Vor-und Nachteile von Sexting bewerten“, sagte der Wissenschaftler.

Safer-Sexting-Regeln

Das Sexting kann sowohl positive als auch negative Folgen haben. „Erhöhte Intimität und Befriedigung der Partner“ sind laut Garcia genauso möglich wie „ein geringeres Selbstbewusstsein und ein beschädigter Ruf“. Immerhin zeigt jeder Vierte die pikanten Fotos weiter. Dass darüber auch gelästert wird, ist nicht überraschend.

Deshalb solltest du ein paar Safer-Sexting-Regeln beachten: Verschicke die Fotos nur an Menschen, denen du vertraust. Dein Gesicht oder Details, die dich eindeutig identifizieren (Narben, Tattoos, Piercings) sind tabu. Ob es beim Sexting Altersgrenzen gibt, erklärt ein Experte im dbna-Interview.

Sogar der Bundesgerichtshof hat sich schon mit Nacktfotos auseinandergesetzt: Eine Frau wollte, dass ihr Exfreund erotische Fotos nach der Trennung löscht. Der hat sich geweigert. Im Dezember entschied das Gericht zugunsten der Frau. Der Exfreund muss die Fotos löschen. 

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Artikel veröffentlicht: 23.08.2016