Coming-out bei Mc Café

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Coming-out bei Mc Café

YouTube/麥當勞官方頻道

Ein Kaffeebecher sagt mehr als tausend Worte. Zumindest im neuen taiwanesischen Werbespot von Mc Café: Ein Junge outet sich bei seinem Vater. Dessen Reaktion ist rührend. Andere fordern einen Boykott der Cafés.

Ein Mc Café. Vater und Sohn sitzen gegenüber, der Vater verlässt scheinbar aufgebracht den Tisch. Der Grund: Sein Sohn hat "Ich mag Jungs" auf den Kaffeebecher geschrieben. Ein Coming-out ganz ohne Worte.

Der Junge schaut zur Decke, ist verzweifelt, hat geweint. Der Vater kommt mit einem neuen Kaffee zurück an den Tisch, sein Sohn kann ihm fast nicht in die Augen schauen. Dann die Überraschung: Er nimmt den Coming-out-Becher und schreibt etwas dazu. Jetzt steht "Ich akzeptiere, dass du Jungs magst" drauf. Emotionale Musik setzt ein.

Fundamentalisten rufen zu Boykott auf

Das Video ist das dritte in der "More Warmth in Conversations"-Kampagne von Mc Café in Taiwan. Seit ihn die Kaffeekette auf Facebook gepostet hat, wurde es über 7000 Mal geteilt und knapp zwei Millionen mal angesehen. Auf YouTube hat es 3500 Daumen nach oben, nur 140 nach unten.

Doch die "Taiwanesische Allianz religiöser Gruppen für den Familienschutz" hat trotzdem etwas gegen das Video. Der Generalsekretär der fundamentalistischen Gruppe, Chang Shou-yi, hat laut Shanghaiist die Verbraucher dazu aufgerufen, Mc Donald's zu boykottieren. Er sagte: "Weil viele Kinder zu Mc Donald's gehen, ist es wichtig, die Werbung für Homosexualität zu bekämpfen."

Sieben Städte akzeptieren Verpartnerung

Taiwan gilt als LGBTIQ*-freundliches Land. Die breite Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert gleichgeschlechtliche Beziehungen, auch wenn es bisher keine Öffnung der Ehe gibt. Sieben Städte, darunter die Hauptstadt Taipeh, akzeptieren jedoch eingetragene Partnerschaften.

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