Eine gehörige Portion Mut

Redaktion Von Redaktion
Eine gehörige Portion Mut
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Mut — das ist wohl das Wort das am meisten fiel in den sozialen Netzwerken, im Fernsehen und Radio. Genau diesen Mut bewies heute Thomas Hitzlsperger. Der ehemalige Fußballprofi, der unter anderem über 50 mal für die deutsche Nationalmannschaft gespielt hat, sprach nun ganz offen in einem Interview mit der Zeitung die Zeit.

Im Fußball herrschen immer noch viele Klischees und Vorurteile gegenüber Homosexuellen. Nicht nur auf Seiten der Fans auch von Offiziellen und Vereinen kommen immer wieder negative Signale. Unter Fußballfans gelten Schwule oft immer noch als Weicheier. Fußballer müssen kämpfen können und vollen Einsatz zeigen, das wird Schwulen oft abgesprochen.

Da erfordert es um so mehr Mut, offen zu seiner Sexualität zu stehen.

Ich möchte lieber mit einem Mann zusammen sein

Hitzlsperger spielte in der Jugend für den FC Bayern München, 2000 wechselte er zum englischen Premier-League-Verein Aston Villa. Er ist nun seit vier Monaten nicht mehr aktiv als Profifußballspieler tätig aber outete sich erst nach dem Karriereende. Vielleicht waren die Sorgen um den Erfolg doch so groß, dass er erst jetzt diesen schweren großen Schritt gegangen ist.

Er habe erst vor einigen Jahren gemerkt, dass er doch lieber mit einem Mann zusammen sein möchte. "Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte", sagt Hitzlsperger.

Aber für einen Fußballprofi ist es eben nicht einfach zu sich zu stehen. Da ist der Druck der Kollegen, der Fans und der Medien immer hundert Prozent zu geben. Da hat Homosexualität einfach wenig Platz ."In England, Deutschland oder Italien ist Homosexualität kein ernsthaftes Thema, nicht in der Kabine jedenfalls", erzählte Hitzlsperger.

Sprüche unter der Gürtellinie

Er sprach auch ganz offen über die Sprüche der Teamkollegen die nicht immer über die Gürtellinie gingen: "Überlegen Sie doch mal: Da sitzen zwanzig junge Männer an den Tischen und trinken. Da lässt man die Mehrheit gewähren, solange die Witze halbwegs witzig sind und das Gequatsche über Homosexuelle nicht massiv beleidigend wird." Er habe sich aber nie dafür geschämt homosexuell zu sein.

Viele positive Reaktionen

Nicht nur von Fußballkollegen, wie Lukas Podolski, sprachen ihren Respekt für diesen Schritt aus auch Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger  sprach von Mut: "Endlich hat ein Fußballer den Mut, seine Homosexualität öffentlich zu machen - zumindest in engem Zeitabstand zu seiner Karriere

Auch Politiker wie Guido Westerwelle und Volker Beck, selbst beide homosexuell, sprachen ihren Respekt aus und lobten den Mut von Thomas Hitzlsperger.

Wir können auf jeden fall gespannt sein ob sich noch mehr Fußballer outen.

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