"Ich bin schwul"

Redaktion Von Redaktion
"Ich bin schwul"
Stefan Baudy/Flickr/CC BY-SA 2.0

Homosexualität im deutschen Profi-Fußball ist ein absolutes Tabuthema - bis heute! Als erster prominenter Fußballprofi hat sich Ex-Bundesliga- und National-Spieler Thomas Hitzlsperger (31) goutet.

"Ich äußere mich zu meiner Homosexualität, weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte", sagte der 31-Jährige ehemalige Nationalspieler im Interview mit der "Zeit".

Nachdem er seine Karriere im September 2013 beendet hatte, hielt er die Zeit für gekommen, sich zu outen. Es ist ihm erst in den letzten Jahren klar geworden, dass er mit einem Mann an seiner Seite glücklicher ist.

Nie dafür geschämt

Weiter sagte er: "Ich habe mich nie dafür geschämt, dass ich nun mal so bin." Dennoch waren die Sprüche der ehemaligen Teamkollegen nicht immer einfach zu ertragen gewesen.

"Überlegen Sie doch mal: Da sitzen zwanzig junge Männer an den Tischen und trinken. Da lässt man die Mehrheit gewähren, solange die Witze halbwegs witzig sind und das Gequatsche über Homosexuelle nicht massiv beleidigend wird."

Breiten Zuspruch gab es bereits aus Politik und Sport:

Lesben- und Schwulenverband (LSVD):

"Offene Worte, Flanke und Treffer: Für uns das Tor des Monats!"

Bund lesbischer und schwuler JournalistInnen:

"Besonders die Breite und Intensität der Berichterstattung über das Thema ist erfreulich. Dies wünschen wir uns auch bei weniger prominenten Themen, da ein Coming-Out außerhalb des Fußballs heute zu einer Selbstverständlichkeit erklärt ist - was es für viele Frauen und Männer allerdings nicht ist."

Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Budnesstiftung Magnus Hirschfeld:

"Wir gratulieren Herrn Hitzlsperger zu seinem Coming-out. Er setzt mit seiner Sichtbarkeit ein Zeichen, auf das viele Menschen gewartet haben. Ein Zeichen, dass schwule und lesbische Sportlerinnen und Sportler auf allen Ebenen des Sports aktiv sind - auch im Profisport. Dies wird die Debatte über ´Fußball und Homosexualität´ versachlichen helfen."

Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Völklinger Kreises (Berufsverband schwuler Führungskräfte):

"Wir wünschen ihm viel Kraft für die kommende Zeit und für seine Zukunft alles Gute. Wir als schwule Führungskräfte wissen um die Schwierigkeit eines Coming-out in einer Führungsposition. Der Druck ist enorm - vor allem im Profi-Fußball"


Volker Beck MdB:

"Ich habe großen Respekt vor dem Outing von Thomas Hitzlsperger. Schade ist zugleich, dass dieser Schritt erst nach Beendigung seiner aktiven Fußballerkarriere möglich war. Der deutsche Männerfußball ist eine der letzten Heterobastionen in diesem Land. Beim männlichen Profi-Fußball ist Homosexualität immer noch ein Tabu. Ich hoffe, dass Hitzlbergers mutiger Schritt dazu beiträgt, dass dieses Tabu endlich fällt."

Guido Westerwelle:

"Dieser Mut verdient größten Respekt. Der Schritt in die breite Öffentlichkeit liest sich viel leichter als er ist. Von dieser mutigen Entscheidung im Fußball wünsche ich mir Ermutigung, Respekt und Anerkennung für die vielen, die im Hinblick auf ihre gleichgeschlechtliche Orientierung noch mit sich, ihrem Umfeld und der Gesellschaft ringen."

Nationalmannschaft via Twitter:

"Hitzlsperger bekommt jede erdenkliche Unterstützung"

Lukas Podolski:

"Mutige und Richtige Entscheidung. Respekt, Thomas Hitzlsperger. Sein Outing ist ein wichtiges Zeichen."

Bundestrainer Joachim Löw:

"Thomas hat für sich persönlich entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er sollte in einer toleranten Gesellschaft von allen respektiert werden"

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger:

"Ich freue mich darüber, dass ein Nationalspieler den Mut gefunden hat, dieses Tabu zu brechen. Damit kann er das Versteckspiel, das er wohl betreiben musste, endlich beenden."

Regierungssprecher Steffen Seibert:

"Wir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualität zu bekennen nur aus Angst vor Intoleranz. [] Wir leben im Großen und Ganzen im Respekt voreinander unabhängig davon, ob der Mitmensch Männer liebt oder Frauen liebt."

Großbritanniens Premier David Cameron:

"As an #AVFC fan, I've always admired what Thomas Hitzlsperger did on the pitch - but I admire him even more today. A brave & important move."

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach:

"Er war zu seiner Zeit als Nationalspieler immer ein Vorbild, vor dem ich den höchsten Respekt hatte und dieser Respekt ist jetzt noch weiter gewachsen"

Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball:

"Die Entscheidung von Thomas Hitzlsperger, sich als erster prominenter Fußballer öffentlich zu seiner Homosexualität zu bekennen, ist auch nach seiner aktiven Karriere ein großer und mutiger Schritt und im Kampf gegen Homophobie sicherlich wegweisend."

Der ehemalige Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar:

"Respekt !!! Leider erst nach der Karriere "

Fussballer Christoph Metzelder:

"Der erste Schritt gegen Homophobie im Fußball!"

Fußballtorwart Timo Hildebrandt:

"Mein tiefsten Respekt vor Dir Hitze. Sehr mutig."

Arne Friedrich, der ebenfalls mit Hitzlsperger in der Nationalmannschaft spielte:

"Proud of you Thomas! You did the right thing. Bin stolz auf dich. Gute Entscheidung und aus meiner Sicht richtiger Zeitpunkt."

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Weitere Quellen: Stefan Baudy/Flickr/CC BY-SA 2.0