Troye Sivan: Geschichte endet mit Selbstmord

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Troye Sivan: Geschichte endet mit Selbstmord
Youtube/TroyeSivanVEVO

Der australische Sänger erzählt in seiner Video-Trilogie "Blue Neighbourhood" die Geschichte einer Jugendliebe. Nun gibt es den dritten und letzten Teil. Das Ende ist herzzereißend.

Endlich wissen wir, wie die "Blue Neighbourhood"-Trilogie endet. Doch lasst uns noch einmal zurückspulen. Darum ging es: Das erste Video zu "Wild" handelt von der Liebe zweier Jungs, die sich schon von Kindesbeinen an kennen. Aus ihrer Freundschaft entwickeln sich starke Gefühle. Die beiden küssen sich, auch wenn ihre Väter etwas dagegen haben.

Im zweiten Teil, dem Video zu "Fools", merken wir, dass es die beiden wirklich nicht leicht haben. Das homophobe Umfeld hat etwas gegen die Beziehung der beiden. Einer der Väter wird sogar handgreiflich gegen seinen Sohn. Einen der Jungs sehen wir schließlich sogar mit einer Freundin. Zum Schluss des zweiten Teils gibt es die Vorschau aufs Ende: Eine Beerdigung. 

"Ich hoffe, die Eltern meiner Fans sehen die Videos"

Die Frage, wer stirbt, ist nun beantwortet. Im letzten Teil der Trilogie, dem Video zu "Talk me down", dreht sich alles um eine Beerdigung. Wahrscheinlich ist der homophobe Vater gestorben. Wer denkt, dass nun nichts mehr gegen die Liebe der zwei Jungs spricht, liegt falsch. Zwar kommen sich beide am Friedhof näher, doch hält es einer der beiden nicht aus. Er befindet sich in einem Spannungsfeld: Jugendliebe, gerade verstorbener Vater, Alibi-Freundin. Sein einziger Ausweg: Selbstmord. Der wird jedoch nur angedeutet. Was Troye zum Video sagt, unterstützt diese Interpretation aber:

"Es frustriert mich, darüber nachzudenken, wie viel Potenzial wir bereits im Kampf gegen LGBT-Selbstmord verloren haben", sagte der 20-jährige Sänger dem Out-Magazine. "So viel davon passiert wegen der Art und Weise, wie das Umfeld von LGBT-Menschen damit umgeht. Ich hoffe, die Eltern meiner Fans sehen die Videos, oder sie schauen sie auf ihren Laptops an und ihre Brüder und Freunde sehen es."

Dazu twitterte der Australier: "Wenn du oder irgendjemand, den du kennst, Hilfe braucht, dann melde dich bitte, bitte hier. Ihr seid alle viel zu besonders, um euch zu verlieren." Dazu verlinkte er eine Seite, die Anlaufstellen für suizidgefährdete Menschen weltweit auflistet.

Youtube/TroyeSivanVEVO

Neues Album im Dezember

Denn die Selbstmordrate unter homosexuellen Jugendlichen ist vier- bis siebenmal höher als unter heterosexuellen Gleichaltrigen. Je jünger sie bei ihrem Coming-out sind, desto höher ist die Suizidrate. 

"Talk me down" ist die erste Single aus Troyes neuem Album "Blue Neighbourhood", das am 4. Dezember erscheint. Die anderen zwei Songs aus der Trilogie befinden sich auf der EP "WILD", die Anfang September veröffentlicht wurde. Die EP schaffte es auf Platz 1 der australischen Charts und erreichte jeweils Platz 5 in den britischen und US-amerikanischen Albumcharts. 


Hinweis: Zuletzt aktualisiert am 22.10., 12:00 Uhr. In einer früheren Version des Artikels hieß es, einer der Jungs hätte sich zu Beginn des Videos umgebracht. Das stimmt nicht. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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Weitere Quellen: Youtube/TroyeSivanVEVO