6,4 Quadrillionen Glühbirnen

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6,4 Quadrillionen Glühbirnen
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Braungebrannte Typen sind attraktiv. Sagt ein Schönheitsideal. Vor 150 Jahren war eine vornehme Blässe schick. Heute werden sich wohl wenige Leute finden, für die Sonnenbräune nicht den Sexappeal steigert. Doch es ist Vorsicht geboten.

Braungebrannte Typen sind attraktiv. Sagt ein Schönheitsideal, dass es so vor 150 Jahren nicht gegeben hat. Damals war dunkle Haut ein Zeichen dafür, dass man hart unter freiem Himmel gearbeitet hat. Schick war eine vornehme Blässe. Heute werden sich wohl wenige Leute finden, für die Sonnenbräune nicht den Sexappeal steigert.

Der Sunnyboy ist ein moderner Sonnenanbeter. Gern sähe er so aus wie ein braungebranntes Model. Deswegen gibt er sich ganz der Sonnengöttin hin und radelt zum Baggersee, nachdem der letzte Regentropfen gefallen ist. Unterwegs kommt die Sonne wieder hervor und der Sunnyboy blinzelt zum Regenbogen hinauf. Er ist der erste Sonnenanbeter, der sein Handtuch auf dem weißen Sand ausbreitet und darauf wartet, dass ihm die Göttin Sonne endlich den braunen Teint verleiht, der ihm von so vielen Plakaten entgegen strahlt.

Mit geschlossenen Augen schwärmt er von dem südländischen Typen, der ihm letztens im Café zugelächelt hat. Währenddessen tut die Göttin ihr Werk. Bei der Schwärmerei liegt es fern, mal über Chemie und Physik nachzudenken. Aber genau das würde dem Sunnyboy eine böse Überraschung ersparen.

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Chemie, Physik und Astronomie

Denn der Regenbogen hätte ihn warnen können. Er zeigt, dass Sonnenlicht nicht einfach weiß ist. Vielmehr ist es eine Mischung vieler Farben. Das menschliche Auge kann die Farben von rot bis violett sehen. Genau an dem violetten Rand beginnt der Teil des Sonnenlichts, der auf unsere Haut wirkt: das ultraviolette Licht kurz UV. UV-Licht dringt in die Hautzellen ein und regt dort die Bildung von Melanin an. Das ist der Stoff, aus dem die Träume des Sunnyboys sind, denn das Pigment macht die Haut dunkel.

Schon ist ganz vergessen, dass es sich hierbei um eine chemische Reaktion handelt, die das UV-Licht in unseren Hautzellen auslöst für den Sunnyboy könnte das Bräunen immer so weiter gehen. Die Haut ist aber nicht als Chemie-Labor gedacht. Je nachdem, wie dunkel sie vor dem Sonnenbad ist, hält es der Sunnyboy zwischen zehn und 30 Minuten in der Sonne aus, bevor die Strahlen seine Haut schädigen. Ächzend richtet er sich nach einer Stunde auf und begutachtet seinen muskulösen Oberarm. Wo er bronzenen Glanz erwartet, strahlt ihm rotes Glühen entgegen.

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Salbe, Solarium und Sonnenbrand

Während der Sunnyboy im siebten Himmel schwebte, war die Sonnengöttin acht Lichtminuten entfernt emsig. Mit einer Kraft, die 6,4 Quadrillionen Glühbirnen entspricht, leuchtet sie ins Weltall. Diese enorme Energie hat die Haut des Sunnyboys regelrecht gebraten. Da hat auch das Vorbräunen im Solarium nicht geholfen. Denn es schützt nicht vor Sonnenbrand. Hätte der Sunnyboy sich mit Sonnencreme eingerieben, wäre das nicht passiert. Sonnencreme verlängert die Eigenschutzzeit des Körpers.

Je höher der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme, desto länger hält es die Haut in der Sonne aus, ohne rot zu werden. Allerdings reichen zehn bis 15 Minuten Sonne pro Tag schon, um die positiven Auswirkungen von Sonnenlicht zu nutzen: Es regt den Kreislauf an, steigert das Wohlbefinden und fördert die Produktion von Vitamin D. Längere Sonnenbäder dagegen sind schädlich. Auch wenn ein leichter Sonnenbrand schnell wieder abheilt: Mit Sonnenlicht kann man sich verbrennen wie mit heißem Wasser. Sonnenbaden kann sogar bis ins Krankenhaus führen: Schwere Verbrennungen mit Blasenbildung müssen dringend von einem Arzt versorgt werden. Und die Haut vergisst nicht, auch nicht die des Sunnyboys.

Das UV-Licht rötet nicht nur seine Haut, es kann so tief in die Zellen eindringen, dass das Erbgut verändert wird. Legt er sich stundenlang an den Strand, kann ihn eine gute Sonnencreme zwar vor Sonnenbrand bewahren, die langfristigen Schäden aber verhindert sie nicht wirkungsvoll. Im harmlosesten Fall altert Sunnyboys Haut dann schneller. Er bekommt Flecken und Falten. Aber mit jedem Sonnenbrand steigert er auch sein Hautkrebs-Risiko 15.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu am bösartigen Melanom der Haut.

Aber das hat der Sunnyboy gerade alles vergessen, denn der braungebrannte Typ aus dem Café läuft in Badehosen über den Strand. Für den Moment merkt er das Brennen auf der Haut nicht. Der Sunnyboy fasst sich ein Herz und ruft ihm zu: "Du bist so heiß." Der Typ dreht sich um, sieht den rotglühenden Sunnyboy und lächelt zurück: "Nein. Wirklich heiß ist nur eine." Verschmitzt wendet er den Blick gen Himmel.

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