Der Hoden - Produktionsstätte für Spermien und Hormone. Wie ist dieses "Ding", das du täglich mit dir rumträgst, eigentlich aufgebaut? Und was wird sich Mutter Natur wohl dabei gedacht haben? In medizinischer Hinsicht sind Hoden wahre Meisterwerke!

Die Pubertät ist die Zeit der Veränderungen. Vor allem in sexueller Hinsicht verändert sich in einiges. Die ersten Schamhaare beginnen zu sprießen und der Stimmbruch setzt ein. Gleichzeitig vergrößern sich beim Jungen die Hoden, und nehmen die Produktion von Samenzellen und männlichen Geschlechtshormonen auf. Dabei weitet sich auch der Hodensack. Das unscheinbare Organ hat es allerdings in sich, denn was aussieht wie ein lockerer Hautsack, ist in Wirklichkeit eine ausgeklügelte Raffinesse der Natur. Um beispielsweise Quetschungen der empfindlichen Hoden beim Gehen oder Sitzen zu verhindern, hängt der linke Hoden tiefer. So können die beiden Hoden sich gegeneinander verschieben. Die Haut des Hodensackes ist etwas dunkel gefärbt und enthält besonders viele Schweißdrüsen. Auch das ist eine raffinierte Idee, denn die Schweißdrüsen dienen der Kühlung des Hodens. Würde die Temperatur nämlich zu sehr ansteigen, werden fehlerhafte Spermien produziert. Gewöhnlich hängt der Hodensack locker, und die Haut sieht weich und glatt aus. Bei Kälte oder sexueller Erregung zieht er sich zusammen, so dass die Hoden näher am Körper liegen. So werden die empfindlichen Hoden beim Sex vor Verletzungen und bei Kälte vor zu großem Temperaturverlust geschützt. Der Hodensack reagiert gewissermaßen wie ein Thermostat, das eine gleichbleibende Temperatur für die Bildung der Spermien gewährleistet. Der Hodensack ist nur mäßig behaart. Außerdem sind Hoden und Hodensack für sexuelle Reize nicht so empfänglich wie der Penis.

Die etwa Taubenei großen Hoden haben zwei Aufgaben. In den ca. 300 Meter (!) langen Samenkanälchen des Hodens werden bis zu 1000 Spermien pro Sekunde (!) vorproduziert. Die Samenzellenproduktion der Samenkanäle wandert dann in ca. sechs Meter lange Sammelgänge, die man als Nebenhoden bezeichnet. Dort reifen die Samenzellen ca. 80 bis 90 Tage bis zur Befruchtungsfähigkeit heran. Der Nebenhoden ist an die hintere Oberfläche des Hodens angelagert und dort beim Abtasten auch fühlbar. Sein Ende mündet in den Samenleiter, der die reifen Spermien dann zu den Samenblasen weitertransportiert. Die Samenleiter, die für den Transport der Samenzellen zuständig sind, reichen vom Ausgang der Nebenhoden über die Samenblasen bis hin zur Vorsteherdrüse. Dort vereinigen sich die Samenleiter mit der Harnröhre zum Harn-Samenleiter. Wow, dieses doch so unscheinbare Organ hat doch so einiges auf dem Kasten, was? Da die Produktion der Samenzellen am besten bei ca. 35 bis 36 Grad (ca. 1 Grad unter der Körpertemperatur) funktioniert, sind die Hoden aus dem Körperinneren in den Hodensack ausgelagert. Dort ist es kühler und es herrschen optimale Produktionsbedingungen. Außerdem produzieren die Hoden das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das direkt zum Transport ins Blut abgegeben wird. Dieser Prozess beginnt mit der Pubertät und hält das ganze Leben an.

Manche Jungs sind verunsichert, weil sie beim Abtasten ihrer Hoden die Nebenhoden für ein Geschwür oder eine Wucherung halten. Das ist natürlich nicht der Fall. Trotzdem - wenn du unsicher bist, solltest du dich von einem Urologen oder Andrologen untersuchen lassen. Der kann dir genau zeigen, wie du deine Hoden selbst auf ungewöhnliche Veränderungen untersuchen kannst.

Klein und fein aber trotzdem so wichtig für den Mann. Wer hätte das gedacht? Vielleicht denkst du bei deinem nächsten Orgasmus ja einmal darüber nach, was sich genau gerade in deinem Hoden tut? Und vielleicht bist du ja jetzt ein wenig schlauer, was die Funktion und die Nötigkeit des Hodens betrifft.

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Weitere Quellen: bravo.de