Christopher Street Day: Mitmachen oder nicht?

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Christopher Street Day: Mitmachen oder nicht?
Erin_Elizabeth/istockphoto.com

Mit dem CSD in Dresden und Düsseldorf beginnt gerade die Saison der Feste und Paraden zum Christopher Street Day. Du bist dir noch nicht sicher, ob du da hingehen sollst? Wir haben Gründe dafür, aber auch dagegen gesammelt.

Das spricht dagegen:

  • Kommerzialisierung
    Viele bemängeln, dass der eigentliche Sinn des Tages verloren gegangen sei. Früher fanden Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen (LGBTTIQ) statt. Heute stehe vielmehr im Vordergrund, mit Partys und Verkaufsständen Geld einzunehmen, sagen Kritiker.

  • Klischees bestätigen
    Bei den CSD-Paraden würden Klischees und Stereotype bestätigt. Schwule in engen und aufreizenden Klamotten oder als Frauen verkleidete Männer provozieren eher den Rest der Gesellschaft, als für Akzeptanz zu sorgen, hört man als Kritik am Fest.

  • Keine Abspaltung von der Gesellschaft
    Viele bemängeln folgenden Widerspruch: Einerseits will die Community in die Gesellschaft integriert und von ihr akzeptiert werden auf der anderen Seite spalten sie sich mit eigenen Festen ab.

  • Zu schwul
    Eigentlich soll der Christopher Street Day ein Tag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans
    - und Intersexuellen sein. Einige beklagen, dass homosexuelle Männer den Tag dominieren und es zu wenig um die anderen Gruppen gehe.

  • Überall nur Sex
    Kritisch sehen manche auch, dass es am CSD nur um Sex gehe. Man sehe viele halb nackte Männer, Kondome werden verteilt und Sexshops haben eigene Wagen in der Parade. Das fördere Klischees gegenüber Schwulen und widerspreche dem eigentlichen Sinn der Demonstration.

Das spricht dafür:

  • Buntes Rahmenprogramm
    Neben dem Höhepunkt, der CSD-Parade, gibt es oft viele Partys, kulturelle Veranstaltungen und Diskussionen rund um den Christopher Street Day. Viele schätzen diese Vielfalt an Möglichkeiten. Vor allem in kleineren Städten ist im Vergleich zum Rest des Jahres viel los.

  • Fest für alle
    In den letzten Jahren hat sich der CSD zu einem Fest für alle entwickelt. Neben Homosexuellen feiern immer mehr Heteros mit, oft sogar die ganze Familie. Das leistet einen bedeutenden Beitrag zu einer Gesellschaft, die Schwule und Lesben akzeptiert.

  • Vielfalt zeigen
    Viele sehen im CSD die Möglichkeit, sich so zu zeigen, wie sie sind. Die Vielfalt der Identitäten und Lebensentwürfe finde hier einen angemessen Platz. Darüber hinaus kann die Community Flagge zeigen. Viele Vereine und Verbände nutzen den CSD außerdem, um über ihre Arbeit zu informieren.

  • Neue Jungs kennenlernen
    Beim CSD ist oft viel mehr los als im Rest des Jahres. Neben der Parade locken Partys und Straßenfeste oft bei bestem Sommerwetter. Das ist die beste Gelegenheit, neue Jungs kennenzulernen.

  • Demonstration
    Für viele ist und bleibt der Christopher Street Day ein Tag der Demonstration. Das zeigen die wechselnden Mottos, in denen etwa für die volle Anerkennung von Lebenspartnerschaften gekämpft wird. Daneben präsentieren sich viele Parteien beim CSD und kämpfen für ihre Forderungen. Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen ergänzen das Programm.

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