Pornografiesucht - längst keine Seltenheit mehr

Redaktion Von Redaktion
Pornografiesucht - längst keine Seltenheit mehr
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Es ist für viele Ärzte, Psychologen und (junge) Erwachsene längst kein Fremdwort mehr: das krampfhafte Verlangen nach Pornografie und Cybersex, dem dank des Internets oftmals sogar kostenlos nachgegangen werden kann. Die Grenze zwischen normaler Befriedigung und einem Suchtzustand ist dabei kaum eindeutig zu ziehen.

Schätzungen gehen davon aus, dass ungefähr 200.000 bis 500.000 Menschen in Deutschland unter der Sucht nach Pornos und pornografischem Material leiden - auch wenn die Dunkelziffer noch deutlich höher sein könnte. Betroffen sind vorwiegend Männer, oftmals schon im Teenageralter oder junge Erwachsene, die aus verschiedenen Gründen süchtig nach Pornografie werden. Der häufigste Grund ist das Fehlen von sexueller Befriedigung, beispielsweise wenn kein Partner da ist oder längere Zeit der Kontakt mit potentiellen Partnern komplett entfällt. Auch Langeweile, ein Gefühl von Sinnlosigkeit, Minderwertigkeitskomplexe oder mangelnde körperliche Auslastung können ein Grund sein, um die tägliche Befriedigung allein am PC zu suchen.

Die Symptome sind denkbar einfach zu identifizieren: befindet sich der (oder die) Betroffene allein am PC, tritt zwanghaft der Gedanke nach Pornografie auf, meist verbunden mit anschließender Selbstbefriedigung. Betroffene kann dieses Gefühl mehrmals täglich ereilen, auch wenn eigentlich gar kein tatsächliches Lustgefühl vorhanden ist. Die Schwere des Krankheitsbilds intensiviert sich mit der Zeit. Nicht selten bilden die Anfänge die Suche nach Softporn-Materialien und aufreizenden Bildern, bis schließlich zu Hardcore-Streifen und in Einzelfällen sogar zu Gewalt- oder Vergewaltigungspornos übergangen wird. Süchtige benötigen diese Steigerung, um ihre eigene Lust noch befriedigen können. Wie auch beim Konsum von Rauschmitteln, steigert sich sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität des Konsums.

Die Folgen der Sucht

Die Folgen einer ausgeprägten Pornografiesucht zeigen sich vor allem im sozialen Umfeld. Betroffene knüpfen tendenziell weniger Kontakte und verlieren den Kontakt zu (potentiellen) Partnern. Das normale sexuelle Verlangen wird unterbunden, da es bereits über Pornos, statt im "echten Leben" befriedigt wird. Eine soziale Abkapselung ist nicht selten die Folge. Betroffene unternehmen weniger, pflegen Freundschaften kaum noch und verbringen ihre Zeit immer mehr allein mit Pornos. Über Cybersex wird, wenn überhaupt, ein Mindestmaß an "sozialem Kontakt" erhalten - jedoch lediglich über das Internet. Einen Ausweg aus der Sucht bildet meist nur eine professionelle, langfristig angelegte Therapie.

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